Naturheilverfahren in der Privaten Krankenversicherung

Die Naturheilverfahren bzw. die Naturheilkunde erlangt auch in Deutschland zunehmend an Bedeutung und so widmen sich auch die Krankenkassen, insbesondere die Private Krankenversicherung ( PKV ) dieser alternativen Heilverfahren. Unter dem Begriff der Naturheilverfahren bzw. der Naturheilkunde werden verschiedene Heil-Methoden zusammengefasst, bei denen die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung angesprochen werden sollen. Die Mittel, die diese Reize auswirken sollen, stammen vorwiegend aus in der Natur befindlichen Mitteln, so dass nahezu gänzlich auf Medikamente der Schulmedizin verzichtet werden kann. Diese Verfahren sind für den Körper in der Regel schonender, da lediglich seine Selbstheilungskräfte stimuliert werden, chemische Arzneimittel mit allerhand Nebenwirkungen kommen nicht zur Anwendung.

PKV oder Private Krankenzusatzversicherung: Kosten-Übernahme der Naturheilverfahren durch die Krankenversicherung

Erst kürzlich wurde die Homöopathie als alternative Heilmethode aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Nicht anders werden auch alle übrigen Naturheilmethoden bei der GKV nicht oder selten berücksichtigt. Wer also auf Naturheilverfahren oder andere alternative Heilmethoden durch einen Heilpraktiker nicht verzichten will, sollte prüfen, ob er/sie eine Private Krankenversicherung abschließen kann. Diese übernehmen die Kosten für alternative Heilmethoden nach dem Hufelandverzeichnis bzw. der Gebührenordnung für Heilpraktiker. Der Wechsel in die Private Krankenversicherung ist für Selbständige, Freiberufler, Beamte und Studenten ohne Voraussetzung möglich. Angestellte und Arbeitnehmer jedoch müssen ein Bruttoeinkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze (2013: 52.200 EUR/Jahr ) nachweisen, ehe Sie eine PKV abschließen können. Alternativ bietet sich für gesetzlich Versicherte Kassenpatienten der Abschluss einer Privaten Krankenzusatzversicherung an.

Da jedoch die verschiedenen Formen der Naturheilverfahren noch nicht überall anerkannt sind oder von der Schulmedizin sogar verhöhnt werden, konnten sich die gesetzlichen Krankenkassen noch nicht darauf verständigen, die Kosten hierfür zu übernehmen. Aus diesem Grund müssen gesetzlich Versicherte, die derartige Behandlungen nutzen wollen, die Kosten hierfür selbst übernehmen. Lediglich im Rahmen der privaten Krankenversicherung ist es möglich, auch die Kostenübernahme von Naturheilverfahren zu vereinbaren. Gesetzlich Versicherte haben in diesem Bereich die Möglichkeit, eine private Krankenzusatzversicherung zu vereinbaren, die ebenfalls die Kosten für Naturheilverfahren trägt.

Naturheilverfahren im Überblick

Die Naturheilverfahren basieren auf einem Zusammenwirken der Kräfte, die in der Natur vorhanden sind. So werden unter anderem die Elemente Wasser, Erde, Luft und Licht genutzt, um ein Wohlgefühl beim Patienten zu erreichen, wodurch dann schließlich die Selbstheilung aktiviert werden kann. Aber auch Ruhe und Bewegung dienen hierzu, um beispielsweise beim Bowtech ein Ausbalancieren der Körperfunktionen zu erreichen oder beim Rolfing die Entstehung von körperlichen und emotionalen Beschwerden zu verringern. Die Akupunktur nutzt die Tatsache, dass im Körper verschiedene Schmerz- und Heilpunkte vorhanden sind, die erst angesprochen werden müssen.

Auf den körpereigenen Willen spricht hingegen das Biofeedback an. Es basiert auf der Erkenntnis, dass viele Abläufe im Körper unbewusst vorgenommen werden. Diese bewusst zu machen und schließlich aktiv einzusetzen, ist die Aufgabe des Biofeedback. Ein ähnliches Ziel verfolgt die Feldenkrais-Methode, die ebenfalls körpereigene Handlungsmethoden erkennen und für sich nutzen will.

Das wohl bekannteste Naturheilverfahren ist jedoch die Homöopathie, die bereits seit vielen Jahren angewandt und sogar von einigen Schulmedizinern genutzt wird. Bei der homöopathischen Behandlung kommen verschiedene aufbereitete Substanzen aus der Natur zur Anwendung, um zahlreiche Beschwerden wie etwa eine Erkältung, aber auch Rückenschmerzen und Blutdruckbeschwerden behandeln zu können.

Bei der Naturheilkunde versuchen die Menschen auch, von anderen Kulturen zu lernen, um deren Erkenntnisse, die oft in Jahrtausenden gereift ist, nutzen zu können. Zu den bekanntesten Heilmethoden gehört heute die Ayurveda-Behandlung. Sie ist eine indische Heilmethode, die sowohl mentale wie auch spirituelle und emotionale Aspekte nutzt, um Krankheiten zu heilen.

Letztlich gehört aber auch die Osteopathie, die auch unter den Begriffen der Chiropraktik oder der Chirotherapie zu finden sind, zu den alternativen Heilmethoden. Diese Behandlungen werden auch als manuelle Medizin bezeichnet, da der Arzt hier eine Behandlung mit bloßen Händen vornimmt.