Vergleich Gesetzliche Krankenkasse GKV

Die Gesetzliche Krankenkasse gehört in Deutschland zum System der Sozialversicherungen. Ihr gehören alle Arbeitnehmer an, deren Einkommen die Versicherungspflichtgrenze nicht überschritten hat. Dabei ist die gesetzliche Krankenkasse eine Pflichtversicherung, der Wechsel in eine private Versicherung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Die Versicherungspflicht ergibt sich dabei aus dem Solidaritätsprinzip: alle Menschen zahlen in die Versicherung ein, so dass Kranke dann Leistungen in Anspruch nehmen können. Die Aufnahme in die gesetzliche Krankenversicherung ist daher auch nicht vom Alter, vom Geschlecht oder vom Gesundheitszustand abhängig, auch die Ablehnung eines Versicherungsvertrag gibt es bei der gesetzlichen Versicherung, im Unterschied zur privaten Krankenversicherung, nicht.

Die Aufgabe der Gesetzlichen Krankenversicherung ist in erster Linie, die Gesundheit ihrer Versicherten zu erhalten und diese im Krankheitsfall möglichst schnell wieder herzustellen. Daher übernimmt die Krankenkasse neben den Behandlungskosten beim Allgemeinarzt auch die Kosten für Krankenhausaufenthalte und trägt Heilmittel und Medikamente.

Der genaue Umfang der Versicherungsleistung kann dabei nicht von einer der Krankenkassen selbst benannt werden, sondern ist im Fünften Buch des Sozialgesetzbuches geregelt. Wichtig ist dabei vor allem, dass die von der Kasse gezahlten Leistungen ausreichend und zweckmäßig sind, aber auch wirtschaftliche Gesichtspunkte spielen eine Rolle. Schließlich wird die Versicherung im Umlageverfahren finanziert. Nur die Gelder, die aus den Beiträgen der Versicherten zur Verfügung stehen, können dabei auch an Kranken ausgegeben werden. Durch erhöhte Arbeitslosigkeit und den demografischen Wandel in Deutschland haben sich die Krankenkosten in den letzten Jahren jedoch so stark erhöht, dass eine Finanzierung nur noch schwer möglich ist. Da jedoch die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht ungehindert steigen können, wurde der Leistungskatalog zunehmend gekürzt. Auch müssen Versicherte seit einigen Jahren eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal bezahlen und gleichzeitig Zuzahlungen für Medikamente leisten. Auch beim Aufenthalt im Krankenhaus wird eine Zuzahlung von zehn Euro pro Tag fällig.

Versicherte, denen die Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse nicht ausreichen, können auf Wunsch private Zusatzversicherungen abschließen, mit denen die Versorgungslücke geschlossen werden kann. Die Beiträge, die für die gesetzliche Krankenversicherung berechnet werden, werden per Gesetz bestimmt. Der derzeitige Betrag beträgt demnach 15,5% des Bruttoentgeltes. Der Arbeitgeberanteil beträgt dabei 7,3%, der Arbeitnehmer muss 8,2% zusteuern. Somit ist die Höhe der Beiträge grundsätzlich vom Arbeitseinkommen abhängig. Menschen mit hohem Verdienst beteiligen sich dabei stärker an den Kosten, wobei ihre Leistungen im Krankheitsfall einheitlich sind. Um die Beiträge jedoch nicht ins Unermessliche steigen zu lassen, wurde die Beitragsbemessungsgrenze eingeführt, die im Jahr 2013 47.250 Euro Bruttojahresgehalt beträgt. Die Beiträge steigen dabei nur bis zu diesem Verdienst kontinuierlich an, bei höheren Verdiensten hingegen wird der Beitrag eingefroren. Familienangehörige ohne Einkommen sowie die eigenen Kinder sind im Rahmen der Familienversicherung mit versichert, und zwar ohne Zahlung eines eigenen Beitrages. Kinder sind dabei grundsätzlich bis zum 18. Lebensjahr versichert, die Familienversicherung kann aber bis zum 23. Lebensjahr erweitert werden, sofern das Kind nicht erwerbstätig ist. Arbeitnehmer, die die Versicherungspflichtgrenze überschritten haben, die derzeit 52.200 Euro Bruttoentgelt liegt, werden von der Versicherungspflicht befreit und haben die Möglichkeit, in eine private Krankenversicherung zu wechseln.

Neben der Pflichtversicherung bietet die gesetzliche Krankenversicherung aber auch die Möglichkeit, der freiwilligen Versicherung. So haben beispielsweise Menschen, die erst kürzlich in die Selbstständigkeit gewechselt haben, die Möglichkeit, durch freiwillige Zahlungen die gesetzliche Versicherung weiterhin in Anspruch zu nehmen. Dabei gilt zu beachten, dass durch die Gesundheitsreform 2007 eine Versicherungspflicht besteht, die durch die freiwillige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenversicherung erreicht werden kann.