Zweitmeinungsportal verliert erstes Mitglied

Portal für Zweitmeinung vor OP

Vorsicht! Operation verliert Mitglied

Gerade einmal eine Woche, nachdem das Onlineportal „Vorsicht! Operation“ der Öffentlichkeit präsentiert wurde, steigt der Dresdener Chefarzt, Prof. Dr. med. Hans Zwipp aus dem Projekt aus. Das Portal sollte als Möglichkeit eingesetzt werden, Patienten vor unnötigen Operationen zu schützen und von speziellen Fachärzten eine Zweitmeinung zu erhalten.

Harsche Kritik am Portal

Doch bereits kurz nach Veröffentlichung des Portals gab es von mehreren Seiten Kritik.

Auch wenn der Start des Systems vielversprechend aussah – es meldeten sich 150 Patienten an – scheinen die Kritiker doch überzeugende Argumente zu erbringen. Die Absicht des Portals ist, Patienten vor unnötigen oder gar schädlichen Operationen zu schützen. Besonders an Gelenken, wie Knien, Schultern oder Hüften und dem Rücken finden laut der Befürworter besonders viele unnötige oder gar schädliche Operationen statt.

Der Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen war einer der ersten scharfen Kritiker des neuen Portals. Er bezeichnete es als „hochgradig unseriös“ und nicht passend für die Situation. Ein Patient darf nicht nur anhand von Röntgenbildern, Blutbildern und einem kurzen Fragebogen bewertet werden, so der Verband der niedergelassenen Chirurgen. Eine Ferndiagnose, ohne das persönliche Umfeld des Patienten kennen zu lernen und auf bestimmte Situationen eingehen zu können, ist der Genesung der Patienten nicht dienlich.

Erster von 16 Ärzten sagt Teilnahme am Portal ab

Mit dem Chefarzt der Unfall und Wiederherstellungschirurgie am Universitätsklinikum Dresden, Prof. Dr. Hans Zwipp, hat nun der Erste von 16 Experten, die Interesse an der Teilnahme des Portals hatten, einen Rückzieher gemacht. Zwipp ließ über eine Sprecherin bekannt geben, dass er aufgrund der anhaltenden Diskussion über die Seriosität des Portals, nicht weiter Teil des Projektes sein wöllte. Prof. Dr. Zwipp war als Experte für Fuß-Operationen vorgesehen.

Eine derartige Ferndiagnose soll zwischen 200 und 600 Euro kosten, so die Verantwortlichen des Portals. Um eine Diagnose stellen zu können, müssen ein Fragebogen ausgefüllt und alle vorhandenen Ergebnisse von Untersuchungen an den zuständigen Spezialisten gesendet werden.

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