Zusatzversicherungen: Beitragsanpassung 2012 vorprogrammiert?

29.11.2011: Auch zum Jahr 2012 stehen in den privaten Krankenversicherungen wieder einige Beitragsanpassungen bevor, für die Central Krankenversicherung und ARAG Krankenversicherung wurden die Erhöhungen bereits bestätigt. Aber nicht nur in den Vollversicherungstarifen müssen Verbraucher mit Erhöhungen rechnen. Durch die Einführung der GOZ zum 1. Januar 2012 sind auch Zusatzversicherungen von den Erhöhungen betroffen.

Teilweise drastische Erhöhungen

Versicherte der Central und der ARAG Krankenversicherung wurden in den letzten Tagen darüber informiert, dass in ihren Versicherungen teilweise drastische Erhöhungen im kommenden Jahr ins Haus stehen.

Bei der Central Krankenversicherung wurde über Erhöhungen von bis zu 40 Prozent berichtet, bei der ARAG von bis zu 30 Prozent. Auch wenn diese Werte nur vereinzelt auftreten, fallen die durchschnittlichen Erhöhungen von 12,9 Prozent in der Central Krankenversicherung etwa doppelt so hoch aus wie branchenüblich. Experten erklären, dass durchschnittliche Erhöhungen in der PKV von 5 – 7 Prozent im Jahr normal sind.

Die Erhöhungen in den Volltarifen der privaten Versicherungsanbieter kann zu einem großen Teil der missglückten Einführung der Billigtarife zugeschrieben werden. Die Billigtarife haben den Anteil an Personen, die ihre Beiträge nicht oder nur sehr selten bezahlen, ansteigen lassen. Darüber hinaus sind in einigen Fällen die Kosten für die privaten Versicherer überproportional gestiegen, was als weiterer Grund für die Anhebung des Beitrags angesehen wird.

Zusatzversicherungen bleiben nicht verschont

Experten gehen davon aus, dass auch die Zusatzversicherungen nicht ohne Beitragsanpassungen auskommen werden. Denn besonders durch die Einführung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) zum 1. Januar 2012 können Zahnzusatzversicherungen teurer werden. Aber auch durch den medizinischen Fortschritt und steigende Medikamentenpreise dürften mittel- langfristig Zusatzversicherungen auch für gesetzlich Versicherte teurer werden.

Für jeden Versicherten, egal ob gesetzlich oder privat versichert, gilt allerdings: Mit der Einführung einer Beitragserhöhung bekommen Versicherte automatisch ein Sonderkündigungsrecht zugesprochen. Dieses ermöglicht eine Auflösung und den Wechsel des Versicherers – mit einer Frist von vier Wochen.

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