Zeitarbeit: Hoher Krankenstand bei Leiharbeitern

Krankenstand bei Leiharbeitern

Leiharbeiter öfter krank

Macht Zeitarbeit krank? Wenn es nach einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse TK geht, dann ja. Im Rahmen des Gesundheitsreports „So krank ist Deutschland“ zieht die GKV ein eindeutiges Fazit. So sind Leiharbeiter in der Regel länger krank als fest angestellte Arbeitnehmer. Eine Tatsache, welcher der BAP widerspricht. Aus den Reihen der Arbeitnehmervertretungen wird die Studie dagegen als Argument gegen Zeitarbeit begrüßt.

Zeitarbeiter im Mittel länger krank

Leiharbeit liegt als Arbeitsmodell im Trend, schließlich sorgt es auf Seite der Arbeitgeber für Flexibilität.

Die Techniker Krankenkasse hat aber die Kehrseite betrachtet. Und kommt in ihrem Gesundheitsreport 2011 zu dem Schluss, dass Zeitarbeit krank macht. Jeder Zeitarbeiter ist laut den Angaben der GKV rund 3,5 Tage länger krank als der fest angestellte Kollege. In nackten Zahlen ausgedrückt waren Zeitarbeiter rund 15 Tage im Jahr 2010 krank, während in anderen Branchen lediglich 11,5 Krankheitstage der Durchschnitt sind.

Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache. Wo liegen die Ursachen für den höheren Krankenstand? Die Techniker Krankenkasse macht einerseits die hohe körperliche Belastung für längere Krankschreibungen verantwortlich, nennt aber einen weiteren Grund – die psychische Belastung. Zeitarbeit zehrt am Nervenkostüm der Betroffenen. Niedrigere Löhne, die Unsicherheit in puncto beruflicher Zukunft und der häufige Arbeitsplatzwechsel machen den Betroffenen zu schaffen.

Zeitarbeiter leiden auch psychisch

Insbesondere Zeitarbeiter mit Familie leiden unter der beruflichen Unsicherheit stark. Was am Nervenkostüm zerrt, ist die Erkenntnis, dass nur wenige Leiharbeiter von den Firmen übernommen werden. Laut Techniker Krankenkasse sind es gerade einmal sieben Prozent. Damit führt der Gesundheitsreport dem Leser deutlich vor Augen, welcher nervlichen Belastung die Zeitarbeiter ausgesetzt sind. Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister hält die Aussagen übrigens für nicht repräsentativ.

Die Arbeitnehmervertretung IG Metall wertet den Gesundheitsreport dagegen anders und sieht darin ein deutliches Votum gegen die Zeitarbeit. Detlef Wetzel, 2. Vorsitzender der Arbeitnehmervertretung, bezeichnete die Zeitarbeit als „kein Zukunftsmodell für unsere Gesellschaft“. Dass Zeitarbeit aus gesundheitlicher Sicht umstritten ist, belegt aber nicht nur der Gesundheitsreport, auch andere Studien und Publikationen schlagen einen ähnlichen Ton an.

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