Zahnzusatzversicherung: BdV verklagt Deutsche Familienversicherung

Zwischen Werbeaussagen und der Realität klaffen teilweise deutliche Lücken. Der Bund der Versicherten verklagt aufgrund solcher Differenzen jetzt die Deutsche Familienversicherung. Streitpunkt ist eine Klausel in den Versicherungsbedingungen, welche in deutlichem Gegensatz zum Werbeversprechen eines täglichen Kündigungsrechts für die Zahnzusatzversicherung steht. Seitens der DFV wird die Kritik am „Kleingedruckten“ allerdings zurückgewiesen.

Klage gegen „Bauernfängerei“

Der BdV bezeichnete die Methode der Deutschen Familienversicherung, die sich seit 2007 am Markt etabliert, als „Bauernfängerei“.

Thorsten Rudnik, Mitglied im Vorstand des BdV, ist das Verhalten des Versicherers ein Dorn im Auge. „Will der Kunde Leistungen haben, wird er zunächst bestraft, indem ihm das Kündigungsrecht beschnitten wird“, so Rudnik. Kern der Kritik ist die Tatsache, dass die DFV für ihre Zahnzusatzversicherung mit dem Versprechen eines täglichen Kündigungsrechts wirbt.

Allerdings schränkt die Versicherung diese in den Versicherungsbedingungen deutlich ein. Nimmt ein Versicherungsnehmer Leistungen der DFV in Anspruch, ist damit ein Verzicht auf das Kündigungsrecht für die Dauer von 12 Monaten verbunden. Darüber hinaus verlängert sich die Frist um weitere Monate, falls während der Verzichtsphase erneut Leistungen in Anspruch genommen werden. Und noch ein Fakt stört den Bund der Versicherten: Im Fall einer Kündigung durch die DFV werden die Prämien bis zum Ende der Vertragslaufzeit fällig.

Keine Annäherung trotz Abmahnung

Unterm Strich entsteht für den BdV eine Situation, welche den Verbraucher erheblich benachteiligt. Denn neben dem Widerspruch zwischen Werbung und Realität hat die Versicherung nach der Kündigung „keinen Aufwand mehr und fordert dennoch einen Strafbeitrag“, so Thorsten Rudnik weiter. Der Bund der Versicherten hält ein solches Vorgehen für unzulässig und hat – nach Abmahnung und Fristsetzung – Klage eingereicht.

Seitens der Deutschen Familienversicherung stößt die Kritik bezüglich der Bindung bei Inanspruchnahme von Leistungen auf Unverständnis. Es handele sich hierbei um „eine geringfügige Bindung“. Allerdings kann die Bindung laut BdV im schlimmsten Fall bis auf 36 Monate ausgedehnt werden.

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