Zahnreport 2013: Hoher Eigenteil für Kassenpatienten

Gestern stellte die gesetzliche Krankenversicherung Barmer GEK ihren aktuellen Zahnreport 2013 vor. Die Zahlen belegen: Die Eigenleistungen bei Zahnbehandlungen für Kassenpatienten steigen immer mehr. Zwischen 2005 und 2009 ist der Anteil der Kosten, die Patienten beim Zahnarzt selbst tragen müssen, um 18 Prozent gestiegen.

Zahnreport 2013: GKV-Versicherte zahlten im Schnitt 776 Euro selbst

Laut dem Barmer GEK Zahnreport 2013 mussten Patienten im Jahr 2009 durchschnittlich 776 Euro für ihren Zahnersatz zahlen. Von insgesamt 1.382 Euro, die die Behandlung gekostet hat, übernahmen Kassenpatienten somit mehr als 50 Prozent. „Der schleichende Trend zu höheren Privatkosten ist unverkennbar. Nirgendwo sonst im Gesundheitswesen ist die Aufspaltung in eine solidarisch finanzierte Sockelversorgung und privat getragene Premiumbehandlung weiter fortgeschritten“, sagte der stellvertretenden Vorstandsvorsitzende der Krankenkasse, Rolf-Ulrich Schlenker.

Frauen gehen öfter zum Zahnarzt als Männer

Auf Grundlage der erfassten Daten wurden im Zahnreport 2013 Rückschlüsse auf die Zahnersatzleistungen in der Bevölkerung gezogen. Demnach wurde 2009 bei 11,5 Prozent der Deutschen ein Heil- und Kostenplan abgerechnet. Dabei handelte es sich etwa um eine Krone, ein Implantat oder eine Brücke. Für das Jahr 2011 haben sich erneut Geschlechterunterschiede gezeigt. Frauen nehmen es demnach genauer mit ihrem Zahnarztbesuch: 73 Prozent von ihnen hatten 2011 einen Zahnarzttermin. Bei den Männern waren es lediglich 66 Prozent, bei den 20- bis 24-Jährigen sogar nur 54 Prozent.

Eigenbeteiligung mit Zahnzusatzversicherung reduzieren

Studienautor Thomas Schäfer geht davon aus, dass die Eigenbeteiligung bei Zahnarztbehandlungen in den Jahren ab 2010 weiter gestiegen ist. „Insgesamt müssen wir von einem noch höheren Niveau der Eigenleistungen ausgehen“, so Schäfer. Rolf-Ulrich Schlenker von der Barmer GEK hat ankündigt, „das Modell der Festzuschüsse“ reformieren zu wollen. Doch Kassenpatienten wird das nur ein kleiner Trotz sein. Denn die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung für Zahnbehandlungen sind in den vergangenen Jahren stark gekürzt worden. Auch mit einer Reform werden gesetzlich Versicherte weiterhin einen Großteil der Kosten selbst tragen müssen, insbesondere dann, wenn sie eine höherwertige Behandlung beanspruchen wollen. Eine Alternative, um die Eigenbeteiligung zu senken, stellt eine Zahnzusatzversicherung dar. Mit ihr können die Kosten für Kassenpatienten beim Zahnarzt auf ein Minimum reduziert werden.

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