Zahnarzthonorar: PKV-Verband rechnet mit Plus von 14 Prozent

Die deutschen Zahnärzte haben die neue Reform der GOZ (Gebührenordnung für Zahnärzte) kritisiert. Ihnen ist die vom Gesundheitsministerium veranschlagte Erhöhung der Honorare um sechs Prozent zu niedrig. Berechnungen des PKV-Verbandes zeigen nun, dass die Anhebungen wesentlich umfangreicher ausfallen. Indes fordern die Mediziner anlässlich des Deutschen Ärztetages endlich die Umsetzung einer neuen Gebührenordnung für Ärzte.

Privatpatienten werden teurer

Für die private Krankenversicherung werden die Patienten immer teurer.

So oder so kostet die Novellierung der GOZ die privaten Kassen Geld. Die veranschlagte Anhebung der Honorare um sechs Prozent als „technisch notwendige“ Anpassung trägt der PKV-Verband allerdings nicht mit. Nach Ansicht der Branchenexperten geht in ihrer Berechnung die Regierung bzw. das Gesundheitsministerium von falschen Annahmen aus. Insbesondere die Einschätzung zur Abrechnung über den 2,3-fachen Gebührensatz kann der Verband nicht teilen.

Anders als das Ministerium annimmt, geht man beim PKV-Verband von einem Zuwachs der höheren Gebührensätze aus. Legt man die Entwicklung der vergangenen Jahre mit Zuwächsen um 65 Prozent allein beim 2,3-fachen Gebührensatz, kommt man nach Ansicht der Experten auf eine Steigerung der Honorare um 14 Prozent. Damit liegen die Zahlen des PKV-Verbandes mehr als doppelt so hoch wie die Schätzungen des Gesundheitsministeriums. Aber noch an anderer Stelle droht Ärger.

Ärzte machen Druck bei GOÄ

Während des Deutschen Ärztetages in Kiel machten die Mediziner gegenüber der Bundesregierung noch einmal Druck in Bezug auf die Reform der GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte). Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr erklärte zur Eröffnung, die Novellierung noch in dieser Amtszeit durchdrücken zu wollen. Die Ärzte wollen jetzt Taten sehen und fordern endlich eine Reform des seit 1983 bestehenden Werkes.

Wie die Novellierung aussehen soll, ist umstritten. Insbesonders die Ausgestaltung einer Öffnungsklausel für die PKV sorgt für heftige Debatten. Damit könnten die Versicherer separate Verträge mit Ärztevertretungen abschließen, um die Kosten in den Griff zu bekommen. Die Bundesärztekammer lehnt eine solche Regelung allerdings offen ab.

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