Zahlen aus der PKV: Anstiege bei Zusatzversicherungen

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV) stellt aktuell die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 vor. Die Zahlen sind größtenteils positiv. So wurde die Rekordmarke von 200 Milliarden Euro für die Altersrückstellungen überschritten. Auch die Zahlen der abgeschlossenen Versicherungen sind gestiegen – und zwar auf insgesamt 32,76 Millionen Policen.

Uwe Laue, der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherung hat sich aktuell zu den vorläufigen Branchenzahlen positiv geäußert. Denn trotz der Niedrigzinsphase konnte ein wichtiges Ziel der privaten Krankenversicherung erreicht werden. Die sogenannten Altersrückstellungen der Privatversicherten sind auf ein Rekordhoch angewachsen. Dies ist besonders im Zuge der Demografie-Vorsorge wichtig, da nur mit ausreichenden finanziellen Rücklagen der steigenden Lebenserwartung der Versicherten begegnet werden kann. Doch auch weitere Zahlen sind für die PKV von Bedeutung.

PKV-Zahlen 2014: Viele neue Pflegezusatzversicherungen

Insgesamt hat sich die Zahl der Versicherungen auf knapp 33 Millionen Policen erhöht. Besonders stark ist dabei die Anzahl der abgeschlossenen Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenversicherung betroffen. Vor allem im Bereich der privaten Pflegezusatzversicherung gibt es deutlich mehr Abschlüsse als in den letzten Jahren. Insbesondere die 2013 eingeführte staatlich geförderte Pflege-Bahr-Versicherung ist um 55,5 Prozent angestiegen, ungeförderte Angebote immerhin um 4,5 Prozent. Laue bilanzierte anhand dieses Ergebnisses, dass „die staatliche Förderung Menschen zu privater Vorsorge bewegt.“

Rückläufiges Neugeschäft bei Krankenvollversicherung

Während immer mehr Menschen neben ihrem Schutz bei der gesetzlichen Krankenkasse auf private Zusatzversicherungen zurückgreifen, sprechen die Zahlen bei der privaten Krankenvollversicherung eine andere Sprache. Der Bestand ist im Jahr 2014 um 0,6 Prozent auf 8,83 Millionen Personen gesunken. Die Zahlen sind dem PKV zufolge allerdings auf eine veränderte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt zurückzuführen. Da viele ehemals privatversicherte Selbstständige im Jahr 2014 in ein Angestelltenverhältnis gewechselt sind, ist die Zahl der Krankenvollversicherungen zurückgegangen. Der Grund dafür ist einfach: Angestellte können sich nur mit einem sehr hohen Einkommen (im Jahr 2015 liegt die Grenze bei 54.900 Euro jährlich) von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht befreien lassen, um in die private Krankenversicherung zu wechseln. Freiberuflern und Selbstständigen steht die Wahl der Versicherung hingegen offen.

Beitragseinnahmen wachsen nur geringfügig

Die Beitragseinnahmen bei der privaten Krankenversicherung sind im Vergleich zu den Vorjahren nur moderat ausgefallen. Insgesamt haben sich die Beitragseinnahmen der privaten Kranken- und Pflegeversicherung um 0,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro erhöht. Während die Beitragseinnahmen nur moderat angestiegen sind, sind die Ausgaben für Versicherungsleistungen hingegen deutlicher gewachsen. Diese sind um 1,8 Prozent auf 24,7 Milliarden Euro angestiegen.

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