Zahl der Nichtversicherten in der Krankenversicherung kaum gesunken

Mit dem Beitragsschuldengesetz sollte bisherigen Nichtversicherten eine Rückkehr in die private oder gesetzliche Krankenversicherung ermöglicht werden. Doch trotz des Schuldenerlass, hat das Gesetz nicht das gewünschte Ergebnis erzielt. So haben sich nur rund 10.000 Nicht-Versicherte im Jahr 2013 neu in der Krankenversicherung versichern lassen. Das bedeutet, noch über 100.000 Menschen in Deutschland haben keinen Krankenversicherungsschutz.

Nichtversichert in die Schuldenfalle

Seit 2007 bzw. 2009 gibt es in Deutschland eine Krankenversicherungspflicht. Damit soll die medizinische Versorgung aller Menschen in Deutschland gewährleistet werden. Allerdings haben sich nach Einführung der Pflicht nicht alle Menschen versichern lassen. Da bei einem Eintritt in eine gesetzliche oder private Krankenversicherung aber auch rückwirkend Beiträge bis zum Einsetzen der Versicherungspflicht gezahlt werden mussten, standen viele Bürger, die sich nach einiger Zeit doch versichern lassen wollten, einem riesigen Schuldenberg gegenüber.

Schuldenerlass durch neues Gesetz

Die schwarz-gelbe Koalition hat daher noch im letzten Jahr das Beitragsschuldengesetz geschaffen. Dieses beinhaltet unter anderem einen Schuldenerlass. So konnten sich Nicht-Versicherte seit dem 1. August 2013 bei einer Krankenversicherung versichern lassen, ohne dass sie die bisherig angelaufenen Schulden zahlen mussten. Die Frist für den Schuldenerlass endete jedoch zum 31.12.2013. Seit Jahresanfang laufen wieder neue Schulden auf, wenn man nichtversichert bleibt.

Nur wenig Resonanz auf Schuldenerlass

Angesichts der hohen Beitragsrückstände, die sich bei den nichtversicherten angesammelt haben, könnte man meinen, dass die Resonanz auf den Schuldenerlass groß war. Allerdings gehen die gesetzlichen Krankenkassen momentan nur von 5.000 Nichtversicherten aus, die bis Ende November in die GKV gewechselt sind. Der PKV-Verband geht für das dritte Quartal 2013 von rund 2.700 Nichtversicherten aus, die sich haben versichern lassen. Das berichtet das Versicherungsjournal. Insgesamt werden es wohl um die 10.000 Betroffene sein, die nun über einen Krankenversicherungsschutz verfügen.

Notlagentarif hilft in der PKV

Gründe für den fehlenden Erfolg des Gesetzes dürfte es viele geben. Zahlreiche Nichtversicherte dürften so keine Kenntnis über das Gesetz gehabt haben. Harald Weinberg, Gesundheitsexperte der Linksfraktion, sagte zudem gegenüber dem Versicherungsjournal, dass auch die laufenden Beiträge für gesetzliche oder private Krankenversicherung viele Nichtversicherte finanziell überfördern dürften. Ihnen würde der Schuldenerlass daher nur bedingt helfen. Zumindest in der privaten Krankenversicherung gibt es mit dem neuen Gesetz eine Hilfestellung für Versicherte, die in Zahlungsschwierigkeiten kommen. Sie können zeitweise in den Notlagentarif wechseln, der für rund 00 Euro monatlich eine grundlegende medizinische Versorgung garantiert, bis der Versicherte in der Lage ist, seine Beitragsschulden zu begleichen.

 

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