WIP-Studie: PKV nicht nur für Reiche

Nicht nur Reiche sind Kunden der privaten Krankenversicherung. Eine aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV (WIP) belegt, dass lediglich jeder fünfte Privatversicherte ein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze hat. Den privaten Krankenversicherungsschutz erhalten demnach nicht nur die Gutverdiener.

PKV versichert alle sozialen Gruppen

Anhand einer aktuellen Auswertung der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2008 können die privaten Krankenversicherer nun endlich belegen, dass sie – wie die gesetzlichen Krankenkassen auch – Personen aller sozialen Gruppen versichern. Wie das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) mitteilt, handelt es sich bei den Versicherten der PKV um eine sehr heterogene Personengruppe. Das Versichertenkollektiv besteht laut WIP je zur Hälfte aus erwerbstätigen und nichterwerbstätigen Personen. Neben Beamten, Selbstständigen und Arbeitnehmern seien vor allem auch Kinder, Studenten und Ruheständler versichert. Die größte Personengruppe unter den PKV-Kunden bilden mit rund 25 Prozent die aktiven Beamten.

Versicherte mit Kindern in der PKV

Die Studie des WIP widerlegt die häufige Annahme, dass in der PKV hauptsächlich Menschen mit einem hohen Einkommen versichert sind. Nur 20 Prozent aller PKV-Kunden haben Einnahmen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze, die derzeit bei 50.850 Euro im Jahr liegt. Weiterhin zeigt die WIP-Studie, dass bei den Versicherten in der privaten Krankenversicherung alle Schul- und Ausbildungsabschlüsse vorhanden sind. Etwa zwei Drittel der erwachsenen PKV-Kunden sind verheiratet. Hinzu kommt, dass die PKV eine steigende Anzahl von Kindern registriert. Dies verdeutliche, so das WIP, dass sich nicht nur gutverdienende Alleinstehende ohne Kinder für den privaten Krankenversicherungsschutz entscheiden.

PKV-Vertreter hoffen auf Imagewandel

Die privaten Krankenversicherer hoffen angesichts der Studienergebnisse, ihren Ruf als Hort der Reichen und Gutverdiener ablegen zu können. Nun können sie mit Zahlen belegen, dass sie verschiedenen sozialen Gruppen mit unterschiedlichen Einkommen einen Krankenversicherungsschutz bieten. Kritiker weisen derweil darauf hin, dass die WIP-Studie gleichzeitig jedoch eine deutliche Schwachstelle offenlege: Denn anders interpretiert besagt die Studie, dass viele Privatversicherte sich die private Krankenversicherung eigentlich gar nicht leisten können.

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