Weniger Geld für Krankenhäuser
Krankenhäuser sind ein erheblicher Kostenfaktor im deutschen Gesundheitssystem. Denn obwohl sie für eine flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung notwendig sind, verschlingen Betrieb und Personalkosten, sowie Erwerb und Instandhaltung von moderner medizinischer Technik sehr viel Geld. Wie die Ärzte Zeitung nun berichtet, wird bei den Klinikausgaben massiv gespart.
Länder zahlen weniger für Krankenhäuser
Im Jahr 2011 betrugen die Ausgaben der Bundesländer für Investitionen in Krankenhäuser 2,67 Milliarden Euro. Das waren 156 Millionen Euro weniger als noch im Jahr 2010 und rund 20 Prozent weniger als vor einem Jahrzehnt. Dabei steigen die Kosten für medizinische Geräte und Ausrüstung aufgrund immer neuer Errungenschaften im Bereich der Medizin. Gleichzeitig zahlten die gesetzlichen Krankenkassen im letzten Jahr mehr als 60 Milliarden Euro an die Krankenhäuser um Behandlungen und Betrieb zu bezahlen.
Mangelhafte Krankenhausfinanzierung in der Kritik
Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), die gesetzlichen Krankenkassen und auch das Bundesgesundheitsministerium bemängeln nun die sinkenden Investitionen der Bundesländer in die medizinische Infrastruktur. Georg Baum, Geschäftsführer der DKG betont, dass die Investitionen der Länder im letzten Jahr einen absoluten Tiefststand erreicht haben. Immer mehr Krankenhäuser hätten demnach Probleme, die fehlenden Geldmittel zu verkraften. Denn parallel zu den sinkenden Investitionen, hat der Bund gleichzeitig die Vergütung einiger Behandlungen gesenkt. Die Krankenhäuser müssen gleichzeitig höheren Anforderungen gerecht werden, um beispielsweise aggressiveren Krankenhauskeimen mit besseren Hygienemaßnahmen aber auch baulichen Veränderungen entgegen zu treten.
Bahr fordert Einlenken
Der Streit um die Krankenhausfinanzierung wird derweil nicht nur von den Klinikvertretern ausgetragen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) betonte bei der Gesundheitsministerkonferenz im Saarland, dass die Länder ihren Verpflichtungen nachkommen müssten. Gleichzeitig forderte er die Gesundheitsminister der Länder auf, dem sogenannten Psychentgeltgesetz, das unter anderem neue Instrumente zur Finanzierung der Krankenhäuser vorsieht, am Freitag im Bundesrat zuzustimmen.
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