Weinberg: 28 Fragen zur privaten Krankenversicherung

Der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Die Linke) hat der Bundesregierung 28 Fragen zur privaten Krankenversicherung (PKV) gestellt. Mit den Antworten ist er nicht zufrieden. „Die Bundesregierung schützt die PKV, wo sie nur kann“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

PKV: Keine Auskunft von der Bundesregierung

Fast neun Millionen Deutsche sind in der privaten Krankenversicherung (PKV) versichert und viele klagen über die hohen Kosten für ihren Versicherungsschutz. Der Bundestagsabgeordnete Harald Weinberg (Die Linke) hat der Bundesregierung jetzt einen Fragenkatalog vorgelegt, um wichtige Wissenslücken zur privaten Krankenversicherung zu schließen. Doch die Regierungsantwort hält Weinberg für dürftig: Zum Teil erhielt er nur sehr allgemeine Antworten, zum Teil verweigerte die Regierung auch die Auskunft – unter Berufung auf das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG).

Kritiker fordern mehr Transparenz

„Die Bundesregierung schützt die PKV, wo sie nur kann“, urteilt Weinberg angesichts der wohl sehr spärlichen Antworten auf seine 28 Fragen zur PKV. Während die Bundesregierung ihre allgemeine Auskunft über die PKV mit der Konkurrenzsituation unter den privaten Krankenversicherern begründet, hält der Bundestagsabgeordnete der Linkspartei die Datenverweigerung für fragwürdig. Mehr Transparenz fordern auch Branchenexperten wie etwa der Chefredakteur des Branchendienstes map-report, Manfred Poweleit. Denn noch immer gibt es innerhalb der PKV-Branche Versicherer, die keinerlei Daten zur Verfügung stellen, damit Analysten, Versicherte und Versicherungsinteressierte einen Einblick in ihre Arbeit erhalten können.

Was PKV-Kunden nicht wissen sollen…

Die unbefriedigende Reaktion der Regierung auf den Fragenkatalog des Bundestagsabgeordneten Weinberg zeigt, dass die Branche etwas zu verstecken hat, urteilt das Handelsblatt. „Die Regierung offenbart durch ihr Schweigen, was die Branche nicht preisgeben möchte und Privatpatienten lieber nicht wissen sollten“, heißt es in einem aktuellen Bericht. Vor allem ginge es dabei um solche Informationen, die es den Kunden erleichtern würden, einzelne Angebote der privaten Krankenversicherer besser miteinander vergleichen zu können. Für Laien ist es ohne die Hilfe eines Versicherungsexperten in der Regel gar nicht mehr möglich, die Tarifangebote zu beurteilen.

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