Wege aus der privaten Krankenversicherung

Die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung ist häufig weniger vorteilhaft, als die Prämienkostenfrage sie anfangs erscheinen lässt. In den letzten Jahren hat sich der Gesetzgeber darum bemüht, dass Versicherte nicht mehr in ihrer Jugend von den niedrigeren PKV-Prämien profitieren und im Alter infolge höherer Krankheitskosten direkt in einen für sie günstigeren gesetzlichen GKV-Beitragssatz wechseln können. Auswege für Hartnäckige gibt es jedoch noch.

Grundsätzlich gilt, dass Selbstständige, die eine freiwillige Arbeitslosenversicherung abgeschlossen haben und ein Jahr lang arbeitslos bleiben, problemlos in die gesetzliche Krankenkasse zurückkehren können. Dasselbe gilt, wenn sie Angestellte werden und anschließend weniger verdienen als 50.850 Euro im Jahr. Hierbei ist auch eine Absprache mit dem Arbeitgeber rechtlich durchaus unbedenklich. Kritisch beim Wechsel bleibt der Verlust der Altersrückstellung. Eine Ausnahme gilt, sofern der Wechsel in einen Basistarif (bereits ab 55 Jahren möglich) eines neuen Versicherers erfolgt, dann kann ein Teil angerechnet werden. Sogar voll angerechnet wird die Altersrückstellung beim Wechseln in einen preisgünstigeren Tarif beim eigenen Versicherer.

Ab 55 ist Schluss?

Seit Juli 2000 gelten Schranken für privat Krankenversicherte, die 55 Jahre und älter sind und dennoch zurück in die „Gesetzliche“ wollen. Seit dem Jahr 2000 darf eine Kasse Antragsteller ab 55 Jahren nur ablehnen, die innerhalb der letzten fünf Jahre mindestens zweieinhalb Jahre lang selbstständig oder wegen ihres hohen Einkommens von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreit waren. Bis zu diesem Zeitpunkt waren die Regelungen weniger drakonisch. Man musste lediglich weniger verdienen oder Arbeitslosengeld erhalten. Der Ausschluss älterer Antragsteller dehnt sich zusätzlich auch auf deren Ehepartner aus.

Sonderfälle

Ist ein Privatversicherter mit einem Versicherten in der GKV verheiratet und verdient der Privatversicherte dabei nicht mehr als 375 Euro im Monat, kann er wiederum in die Familienversicherung eintreten. Ausnahmen gelten zusätzlich für Sozialhilfeempfänger und ebenso für Auslandsbeschäftigte, die aufgrund ihrer Abwesenheit vorübergehend aus dem sozialen Netz herausfallen. Nach ihrer Heimkehr soll ihnen auch jenseits der 55 Jahre die Rückkehr in die Solidargemeinschaft nicht blockiert sein.

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