Wechsel in die private Krankenversicherung: BdV mahnt zur Vorsicht

Mit der Gesundheitsreform 2011 hat die Bundesregierung den Wechsel in die private Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer deutlich erleichtert. Entsprechend groß ist der bislang erfolgte und noch zu erwartende Wechsel in die PKV. Demnach können Angestellte bereits nach einem Jahr Wartezeit von der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung wechseln, sofern sie für das Vorjahr ein Einkommen oberhalb der PKV Versicherungspflichtgrenze 2010 erzielt haben. Jetzt warnt der Bund der Versicherten, kurz BdV, vor einem vorschnellen und unüberlegten KV-Wechsel und mahnt zur Vorsicht.

Private Krankenversicherung und Familie

In die Entscheidung für oder gegen eine private Krankenversicherung sollte auch die zukünftige Familienplanung berücksichtigt werden. Denn im Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse, die eine kostenfreie Mitversicherung der Kinder und des Ehepartners in der Familienkrankenversicherung gewährt, muss in der PKV jedes Familienmitglied einzeln und kostenpflichtig versichert werden.
Bei Familien spricht also der günstigere Preis für die GKV und lediglich die umfangreicheren Leistungen für die private Krankenversicherung. In diesem Zusammenhang warnt der Bund der Versicherten, die Entscheidung "PKV oder GKV" gut abzuwägen. Ein Wechsel zurück von der PKV in die GKV ist nämlich ohne weiteres nicht mehr möglich.

BdV mahnt PKV zu mehr Transparenz bei Beitragserhöhungen

Wie zu Anfang 2010 haben private Krankenversicherer auch eine PKV Beitragserhöhung für 2011 entweder bereits durchgeführt oder diese angekündigt. Für diese Beitragsanpassung macht der BdV neben den gestiegenen Gesundheitskosten, die von der PKV vorgeschoben werden, auch die schlechte Entwicklung auf dem Kapitalmarkt und damit die schwächelnde Ertragskraft vieler Krankenversicherer verantwortlich. Mit teils deftigen beitragserhöhungen würden Privatversicherte oftmals allein gelassen. Hier verlangt der BdV Alternativvorschläge für Betroffene seitens der Versicherung.

Beitragsberechnung in der GKV und PKV

Anders als in der GKV werden Beiträge für Tarife der PKV nicht an der Höhe des Einkommens bemessen, sondern am Alter, dem Geschlecht und dem Gesundheitszustand des Versicherungsnehmers zum Zeitpunkt des Abschlusses. Junge und gesunde Versicherte kommen so in den Genuss günstiger Tarife, während ältere und gesundheitlich vorbelastete Versicherungsnehmer höhere Beiträge entrichten müssen. Bei hohem Einkommen kann sich also die PKV im Vergleich zur GKV durchaus lohnen. Zudem gibt es in der PKV keinen allgemeinen Beitragssatz, so dass sich die Preise von Versicherung zu Versicherung auch bei gleichem Leistungsumfang deutlich unterscheiden können. Mit einem PKV Vergleich oder einem Beitragsrechner lassen sich günstige private Krankenversicherungen ausfindig machen.

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