Wechsel der Krankenversicherung – Welche Möglichkeiten gibt es?

Es gibt viele Gründe mit der eigenen Krankenversicherung unzufrieden zu sein – zu hohe Beiträge, geringe Leistungen oder ein schlechter Service, manchmal ersehnt man sich einen Wechsel. Nicht immer ist dies so einfach möglich. Wir verraten Ihnen, wie es geht.

GKV zu GKV

Für gesetzliche Versicherte ist der Wechsel von einer Krankenkasse in eine andere meist völlig problemlos. So haben sich beispielsweise viele Mitglieder gesetzlicher Krankenkassen entschlossen, die Kasse zu wechseln, nachdem ein Zusatzbeitrag erhoben wurde. Gesetzliche Versicherte können jederzeit wechseln. Die einzige Ausnahme besteht, wenn die Krankenkasse erst vor kurzem gewechselt wurde. So ist man in der Regel achtzehn Monate an eine neue gesetzliche Krankenversicherung gebunden bevor ein neuerlicher Wechsel möglich ist.

GKV zu PKV

Wer von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchte, muss dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Selbständige, Freiberufler, Beamte und Studenten können unabhängig von ihrem Einkommen in die private Krankenversicherung wechseln. Arbeitnehmer hingegen müssen ein Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze von derzeit 50.850 Euro brutto jährlich nachweisen, damit ein solcher Wechsel möglich ist.

PKV zu PKV

Auch wenn Sie bereits privat versichert sind und zu einem anderen Anbieter wechseln wollen, stellt dies kein Problem dar. Hier gilt allerdings zu beachten, dass die bisher gezahlten Altersrückstellungen dabei in der Regel verloren gehen. Hat also Ihr Anbieter die Beiträge erheblich erhöht, ist es häufig ratsamer in einen anderen Tarif des Anbieters zu wechseln, der bei gleichem Leistungsumfang niedrigere Beiträge verlangt. So gehen die Altersrückstellungen nicht verloren und es wird keine neuerliche Gesundheitsprüfung erforderlich.

PKV zu GKV

Die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist hingegen nur in Ausnahmefällen möglich. So etwa, wenn man als Arbeitnehmer mit dem Einkommen unter die Versicherungspflichtgrenze fällt oder als Selbständiger in ein Angestelltenverhältnis mit einem Einkommen ebenfalls unter der Versicherungspflichtgrenze übergeht. Für Versicherte ab 55 Jahre ist eine Rückkehr hingegen so gut wie unmöglich.

Stolperfallen

Vor allem beim Wechsel in die private Krankenversicherung bzw. von einem privaten Anbieter zu einem anderen, sollten Sie bedenken, dass hier eine Gesundheitsprüfung fällig wird. Sollten dabei Vorerkrankungen festgestellt werden, kann es zu Risikozuschlägen kommen bzw. zu einer Ablehnung. Warten Sie deshalb immer die Zusage des neuen Krankenversicherers ab, bevor Sie weitere Schritte ergreifen.
Auch sollten Sie bei der privaten Krankenversicherung Abstand von sogenannten Billigtarifen nehmen. Diese sehr günstigen Angebote dienen sehr oft dazu neue Kunden anzulocken. Einige Krankenversicherer haben sich mit diesen Tarifen allerdings in den vergangenen Jahren verkalkuliert. Dies führte zu teils erheblichen Beitragssteigerungen in einigen Tarifen. Es ist daher oft langfristig günstiger sich für einen Tarif einer Krankenversicherung zu entscheiden, die stabile Beiträge bietet, dafür am Anfang ein wenig teurer ist.

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