Was beim PKV-Wechsel zu beachten ist

Wenn der eigene PKV-Tarif zu teuer wird, überlegen Versicherte oftmals, den Privatversicherer zu wechseln. Dabei gilt es jedoch auf einige Dinge zu achten. Ansonsten fällt die Ersparnis bei der neuen privaten Krankenversicherung geringer aus als erhofft. Generell gilt: Wer seine Altersrückstellungen zum neuen Anbieter nicht mitnehmen kann, sollte nur innerhalb der Versicherung wechseln.

Stolperfallen beim Wechsel der PKV

Günstige PKV-Tarife gehen oft mit einer hohen Selbstbeteiligung einher. Versicherte müssen ihre Behandlungen erst bis zur Höhe des Selbstbehalts selbst zahlen, ehe der private Versicherer die Leistungen erstattet. Bei einem neuen Angebot sollten Privatversicherte daher stets die Selbstbeteiligung beachten. Ist sie besonders hoch, kann der neue Tarif am Ende teurer sein als der alte. Zusätzlich ist darauf zu achten, welche Kosten erstattet werden. Im Vertrag ist geregelt, was geleistet wird. Sind dabei etwa Heil- und Hilfsmittel ausgeschlossen, kommen auf den Versicherten gegebenenfalls Mehrkosten zu.

Versicherungsbedingungen beachten

Bei einer Kostenerstattung von 100 Prozent müssen Verbraucher immer beachten, ob nicht zusätzlich gewisse Höchstgrenzen vereinbart worden sind. Besonders beim Zahnersatz legen Versicherer oftmals eine sogenannte Zahnstaffel fest. In den ersten drei bis fünf Jahren nach Vertragsabschluss erstattet die private Krankenversicherung dann nur bis zu einem Maximalbetrag im Jahr. Auch weitere Leistungsbegrenzungen können dazu führen, dass der neue PKV-Tarif zu unvorhergesehenen Mehrkosten führt. Die freie Arzt-Wahl kann beispielsweise dadurch eingegrenzt werden, dass Privatversicherte zunächst zu einem von der Versicherung vorgeschriebenen Arzt gehen müssen.

Private Krankenversicherung nicht leichtfertig wechseln

Wer die PKV wechselt, muss mit einer erneuten Gesundheitsprüfung rechnen. Dies kann dazu führen, dass der gewählte Tarif durch Risikozuschläge teurer als gedacht wird. Privatversicherte müssen sich dann genau überlegen, ob sie zum neuen Versicherer gehen wollen. Generell ist Verbrauchern zu raten, die Versicherungsbedingungen gründlich zu studieren und zu allen Unklarheiten Fragen zu stellen. Nur so können sie verhindern, am Ende eine Police abzuschließen, die außer einer günstigeren Prämie nur Nachteile bietet.

 

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