Vorsitzender des Hartmannbundes kritisiert Diskussion über Zukunft der PKV

In die aktuellen Diskussionen über Sinn und Zukunft der privaten Krankenversicherung mischt sich nun auf Dr. Klaus Reinhardt, Vorsitzender des Hartmannbundes, ein. In einer Pressemitteilung bezeichnet er die aktuelle Diskussion als absurd und zugleich gefährlich. Die Private Krankenversicherung würde auch weiterhin hinsichtlich der demografischen Veränderung als tragende Säule im deutschen Gesundheitssystem benötigt.

GKV erwarten Defizite

Vor allem sei es fraglich, dass die Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen angesichts seltener Überschüsse über die Zukunft der privaten Krankenversicherung spekulieren. Bereits im Jahr 2013 müssen die gesetzlichen Krankenkassen und der Gesundheitsfonds wieder mit einem Defizit rechnen. Zudem empfange das System der gesetzlichen Krankenversicherung jedes Jahr zweistellige Milliardenbeträge zur Stabilisierung. Auch die Behauptungen, die PKV verliere massig Mitglieder an die GKV führt Reinhardt als irreführend an und verweist auf den Netto-Zuwachs von über 80.000 PKV-Mitgliedern.

Politische Ursachen für unnötige Diskussion

Reinhardt mutmaßt, dass die aktuellen Diskussionen und insbesondere die Kritik an der Zukunftsfähigkeit der privaten Krankenversicherung vor allem politisches Kalkül und eine Vorbereitung auf den nächsten Wahlkampf bzw. der Sondierungsbemühungen einer Großen Koalition seien. Dabei sei das System mit den Altersrückstellungen eher auf den demografischen Wandel eingestellt als die gesetzliche Krankenversicherung. Ein Abebben der Diskussion ist derzeit wohl nicht zu erwarten.

Hartmannbund

Der Hartmannbund ist ein Verband der deutschen Ärzte und vertritt bundesweit die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen der Ärzte Zahnärzte und Medizinstudierenden in Deutschland. Im Unterschied zu den kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammern, kann der Hartmannbund dabei ohne gesetzliche Vorgabe unabhängig agieren.

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