Vorsicht beim Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung

Ein Tarifwechsel lohnt sich nicht immer für privat Krankenversicherte. Wer zum Beispiel zu einer anderen Gesellschaft wechselt, dem droht der Verlust seiner Altersrückstellungen. Der Wechsel innerhalb desselben privaten Krankenversicherers kann hingegen eine wirkliche Sparmaßnahme darstellen. Dann hat allerdings die Versicherung die finanziellen Einbußen. Um das zu verhindern, klären viele Versicherer ihre Versicherten nur ungern auf. Ein neuer Leitfaden soll Abhilfe schaffen.

Neuer Tarif – günstigere Beiträge? Wechseloptionen in der PKV

Immer mehr Privatversicherte fragen inzwischen bei ihrer privaten Krankenversicherung (PKV) nach der Möglichkeit, ihren Tarif zu wechseln. Vor allem ältere Versicherte melden diesbezüglich zunehmend Interesse. Ein Tarifwechsel ist normalerweise nur in einen Tarif mit vergleichbaren oder besseren Leistungen möglich. Ältere Versicherte, die besonderen Wert auf günstigere Beiträge legen, können sich gegebenenfalls um einen Wechsel in den Standardtarif bemühen.

Verschwiegene Versicherer – mangelnde Auskunft zum Tarifwechsel

Die Versicherungsunternehmen helfen häufig nur ungern mit Auskünften zum Tarifwechsel weiter, schließlich bringt ihnen ein Tarifwechsel des Versicherten in einen günstigen Tarif finanzielle Nachteile. Um etwas Licht ins Dunkel des Tarifwechselrechts zu bringen, hat der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) nun vorgeschlagen spätestens zum 1. Januar 2016 einen Leitfaden dazu herauszubringen. Dieser sieht in erster Linie deutlich mehr Transparenz vor. Der Sprecher des PKV-Verbandes möchte sich allerdings so lange nicht zu den Details eines Leitfadens äußern, bis die Vereinbarkeit mit dem Kartellrecht geprüft ist.

Günstige Alternative Standardtarif: Voraussetzungen für den Tarifwechsel

Häufig interessieren sich Versicherungsnehmer besonders für den Wechsel in den Standardtarif. Die Voraussetzung für einen Tarifwechsel sind im Einzelnen: Der Versicherte muss über 55 Jahre alt sein, bereits vor 2009 bei der PKV versichert sein und darf nicht mehr als die Versicherungspflichtgrenze von derzeit 53.550 Euro brutto im Jahr verdienen. Alternativ können auch Versicherte ab 65 Jahren in den Standardtarif wechseln, sofern sie bereits seit zehn Jahren in der PKV versichert sind.

Der Standardtarif bietet jedoch nur noch einen Leistungsumfang, der nur teilweise an die Leistungen der GKV heranreicht. Der Standardtarif ist nicht zu verwechseln mit dem Basistarif der PKV. In letzterem sind mehr Leistungen enthalten, diese können für den Versicherten jedoch auch noch teuer zu Buche schlagen.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr