Vorsicht bei Gesundheitsprüfung für die private Krankenversicherung

Bei der Antragstellung für die private Krankenversicherung (PKV) haben Kunden zahlreiche Gesundheitsfragen zu beantworten. Dabei müssen sie ehrlich und vollständig Auskunft über ihren Gesundheitszustand und ihre Krankengeschichte geben. Wer der Versicherung etwas vorenthält, riskiert den Versicherungsschutz.

Ohne eine Gesundheitsprüfung gibt es keine private Krankenversicherung. Bevor der Krankenversicherer einem Antrag auf Versicherungsschutz zustimmt, will er alles über die persönliche Krankheitsgeschichte des potenziellen Kunden wissen. Anhand der vorliegenden Informationen zum Gesundheitszustand des Antragstellers wird dann entschieden, ob dieser in der privaten Krankenversicherung versichert werden kann. Falls dies der Fall ist, hat der angegebene Gesundheitszustand dann einen nicht ganz unerheblichen Einfluss auf die Höhe der Versicherungsbeiträge: Versicherte mit Vorerkrankungen zahlen in der Regel mehr für die PKV als kerngesunde Kunden.

Ehrlichkeit bei der Gesundheitsprüfung ist wichtig

Die Angaben zu ihrem Gesundheitszustand sollten Antragsteller bei der PKV unbedingt ernst nehmen. Alle Fragen etwa zu gesundheitlichen Beschwerden oder zu der Einnahme von Medikamenten in den vergangenen Jahren sind wahrheitsgemäß und vollständig zu beantworten. Denn wer bei der Gesundheitsprüfung der PKV unrichtige oder unvollständige Angaben macht, riskiert viel. Wenn der Versicherungsfall eintritt, prüft die Gesellschaft in der Regel mithilfe ärztlicher Gutachten sehr sorgfältig, ob alle Angaben zur Krankengeschichte korrekt waren oder ob der Versicherte bei der Antragstellung gegebenenfalls etwas verschwiegen hat.

Verlust des Versicherungsschutzes bei falschen Angaben

Sofern sich bei einer solchen Untersuchung herausstellt, dass der PKV-Kunde bei der Gesundheitsprüfung nicht offen und ehrlich geantwortet hat, kann die Versicherung den Vertrag – auch rückwirkend – kündigen. Für den Versicherten kann dies fatale Folgen haben, da er dann erstens seinen Versicherungsschutz verliert und zweitens womöglich bereits erhaltene Leistungen an den Anbieter zurückzahlen muss.

Versicherung muss Warnhinweis geben

In einem noch nicht rechtskräftigen Urteil wies das Landgericht Dortmund (Aktenzeichen 2 O 213/12) jetzt darauf hin, dass der Krankenversicherer seinerseits dazu verpflichtet sei, in den Unterlagen der Gesundheitsprüfung einen hervorgehobenen Warnhinweis aufzunehmen. Dem Kunden müsse klar sein, dass unrichtige und unvollständige Angaben über seinen Gesundheitszustand und seine Krankengeschichte zu einem Verlust des Versicherungsschutzes führen können. Wenn die private Krankenversicherung durch einen unabhängigen Versicherungsberater vermittelt wird, müsse der Makler dem Antragsteller deutlich machen, dass es der jeweiligen Versicherung auf eine genaue Beantwortung der Gesundheitsfragen ankomme, so das Landgericht.

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