Volkskrankheiten: Osten ist häufiger krank als Westen

Der Morbiditätsatlas der Barmer GEK kommt zu einem eindeutigen Ergebnis: Der Osten ist häufiger krank als der Westen. An der Spitze steht Sachsen, dicht gefolgt von Thüringen und Sachsen-Anhalt, lediglich Brandenburg liegt hinter Hessen und Rheinland-Pfalz. Aus dem Bericht lässt sich auch herauslesen, dass in den Gebieten, in denen viele Psychotherapeuten angesiedelt sind, besonders häufig Depressionen diagnostiziert werden.

Barmer GEK vergleicht Volkskrankheiten der Deutschen

Für die Untersuchungen sind die 80 häufigsten Krankheiten in Deutschland untersucht worden, dazu zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und auch Depressionen.

In Sachsen sind die höchsten Krankheitszahlen zu verzeichnen gewesen, in Baden-Württemberg die wenigsten. Es sind aber auch regionale Unterschiede ablesbar. So ist innerhalb Sachsens und Thüringens besonders der Bereich Leipzig-Halle betroffen. Auf der anderen Seite sind die Bewohner von Stuttgart und Ulm als besonders gesund einzustufen.

Für den Herausgeber des Morbiditätsatlas, Uwe Repschläger, zeigt sich in diesen Zahlen eindeutig der Einfluss von Bildung und Einkommen auf den Gesundheitszustand der Bevölkerung. Auch für den Chef der Barmer GEK ist klar, eine „regionale Perspektive ist hilfreich, um vor Ort die Ressourcen abzustimmen und Mängelsituation vorzubeugen, wie zum Beispiel die Nachbesetzung von Arztsitzen“. Es ist jedoch von entscheidender Bedeutung, der Regionalisierung einen Riegel vorzuschieben, denn für Straub ist es nicht hinnehmbar, dass der Wohnort die Versorgungsqualität so entscheidend beeinflusst.

Therapeutendichte beeinflusst Depressionsdiagnose entscheidend

Unter anderem übt die Verteilung von Psychotherapeuten entscheidenden Einfluss auf die Statistik aus. Ein eindeutiger Trend zeigt, dass mit der Anzahl der Therapeuten auch die Anzahl der gestellten Depressionsdiagnosen steigt.  Bei Depressionen liegen Bayern und die Stadtstaaten an der Spitze der Verteilung, hier werden Depressionen rund 150 Prozent häufiger gestellt als im Rest Deutschlands.

Danach folgt der Osten, hier wird das Krankheitsbild Depression etwa 50 Prozent häufiger diagnostiziert als im Westen der Bundesrepublik. Für Uwe Repschläger lässt sich daraus aber keine Unterversorgung ableiten, denn um eine Unterversorgung zu beschreiben, bedarf es genauere und weiterreichendere Untersuchungen als diese jetzt vorliegen.

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