Versicherungspflichtgrenze PKV 2010/2011

Die Versicherungspflichtgrenze, auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (kurz JAEG) bekannt, ist eine entscheidende Entgeltgrenze für Angestellte und Arbeitnehmer mit sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung. Die Versicherungspflichtgrenze als Einkommensgrenze regelt, wann eine Befreiung von der Pflichtversicherung und ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) für Angestellte möglich ist und sollte in keinem Fall mit der Beitragsbemessungsgrenze verwechselt werden. In Zusammenhang mit der Vrsicherungspflichtgrenze ist die Wartezeit zu sehen. Seit der Abschaffung der sogenannten Drei-Jahres-Frist für die PKV in 2010 beträgt die Wartezeit nur noch ein Jahr statt der bisherigen drei Jahre. Somit können Angestellte und Arbeitnehmer seit Anfang 2011 bereits nach einmaliger Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze in die private Krankenversicherung wechseln.

Versicherungspflichtgrenze PKV 2010 bei 49.950 Euro Brutto/Jahr

Die Versicherungspflichtgrenze zur PKV beträgt für das Jahr 2010 49.950 Euro Bruttoeinkommen pro Jahr. Die Entgeltgrenze 2010 ist entscheidend für einen Krankenversicherungswechsel im Jahr 2011. Nur wer als Angestellter im Jahr 2010 über ein Bruttoeinkommen über 49.950 Euro erzielen konnte, kann ab Anfang 2011 eine private Krankenversicherung abschließen.

Versicherungspflichtgrenze PKV 2011 bei 49.500 Euro Brutto/Jahr

Dagegen ist die Versicherungspflichtgrenze 2011 erst für das Jahr 2012 entscheidend. Wer also erst in 2011 die Einkommensgrenze von 49.500 Euro überschreitet, kann frühestens ab Anfang 2012 die gesetzliche Krankenkasse zu Gunsten der PKV verlassen. Im Vergleich zu 2010 ist die Entgeltgrenze in 2011 leicht gesunken, so dass ein Wechsel in die private Krankenversicherung ab 2012 für mehr Angestellte möglich sein wird.

Die Versicherungspflichtgrenze wird jedes Jahr aufs Neue vom Bundeswirtschaftsministerium neu festgelegt und orientiert sich an der allgemeinen Lohnentwicklung. Nachdem diese Einkommensgrenze kontinuierlich von Jahr zu Jahr gestiegen ist, sinkt sie nun in 2011 erstmal aufgrund rückläufiger Lohnentwicklung im Zuge der Finanz- und Wirtschaftskrise. Die Versicherungspflichtgrenze für 2011 wird Ende 2011 bekannt gegeben.

Vorteile und Nachteile der PKV für Angestellte

Die Private Krankenversicherung für Angestellte kann unter Umständen deutlich günstiger sein als die gesetzliche Krankenkasse. Und das trotz deutlich umfangreicherer Leistungen. Da das Bundesgesundheitsministerium unter Philipp Rösler den allgemeinen Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung von 14,9 auf 15,5 Prozent angehoben hat, wird die GKV deutlich teurer. Gerade Gutverdiener unter den Angestellten müssen ab 2011 signifikant höhere Kassenbeiträge bezahlen. Dagegen ist der Beitrag in der PKV einkommensunabhängig. Hier sind das Einstiegsalter, das Geschlecht und der Gesundheitszustand entscheidend. Zur Orientierung sollte ein PKV Vergleich eigeholt oder der PKV Beitrag bei individuell gewünschten Leistungen mit einem PKV Beitragsrechner online kalkuliert werden. Dabei gilt die Überschreitung der Versicherungspflichtgrenze 2010 als Voraussetzung.

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