Versicherungsberater: Definition des Berufes

Der Beruf des Versicherungsberaters ist eine rechtsberatende freiberufliche Tätigkeit, die selbständig und eigenverantwortlich ausgeübt werden muß. Versicherungsberater ist gemäß § 34 e GewO nur derjenige, der gewerbsmäßig Dritte bei der Vereinbarung, Änderung oder Prüfung von Versicherungsverträgen im Versicherungsfall berät und gegenüber dem Versicherungsunternehmen außergerichtlich vertritt, ohne von einem Versicherungsunternehmen einen wirtschaftlichen Vorteil zu erhalten oder in anderer Weise von ihm abhängig zu sein.

Versicherungsberater darf keine Provisionen annehmen

Die berufliche Leistung des Versicherugsberater besteht insofern in einer von Eigeninteressen unbeeinflußten und nur an den Interessen seines Auftraggebers ausgerichteten Beratung und außergerichtlichen Vertretung in Versicherungsfragen. Um die dazu notwendige Objektivität, Unabhängigkeit und Neutralität zu gewährleisten, darf der Versicherungsberater in keiner beruflichen Verbindung zur Versicherungswirtschaft stehen. Er hat jede Gefahr von Interessenkollisionen zu vermeiden. Vor allem ist ihm verboten, Provisionen von Versicherungsgesellschaften anzunehmen oder gar zu fordern. Der Auftraggeber, dem allein der Versicherungsberater verpflichtet ist, hat daher die uneigennützige Leistung des Versicherungsberaters in eigener Person zu honorieren.

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Kennzeichnend für die Tätigkeit des Versicherungsberaters ist also die objektive und neutrale Beratung seines Auftraggebers. Daher kann ein Versicherungsberater beim Abschluss eines Versicherungsvertrages als von seinem Mandanten beauftragter Berater gegenüber dem Versicherungsunternehmen auch nur deshalb tätig werden, weil sichergestellt ist, dass er zu keinem Versicherungsunternehmen eine Interessenbindung hat.

Versicherungsberatung als Beruf anerkannt

Das BVerfG hat den Beruf des Versicherungsberaters 1987 ausdrücklich anerkannt und dessen dauerhaften Erhalt gefordert. (BVerfG, 1 BvR 981/81 v. 5. Mai 1987, BVerfGE 75,284 = NJW 1988,543 – „Versicherungsberater“).

Im Mai 2007 bestätigte das BVerfG (3. Kammer des Ersten Senats – Beschl. v. 8.5 2007 – 1 BvR 999/07), dass die Regelung des § 34 e GewO verfassungskonform ist (vgl. BVerfG in NJW 2007, 2537, 2538). Demnach hat der Versicherungsberater auch weiterhin als unabhängiger Dritter die Interessen seiner Mandanten wahrzunehmen und darf – anders als ein Versicherungsvermittler nach § 34 d Abs. 1 GewO (Versicherungsvertreter oder Versicherungsmakler) – sich nicht in die Abhängigkeit eines Versicherungsunternehmens begeben.

Unabhängigkeit der Versicherungsberater durch Provisionsannahmeverbot sichergestellt

Das Provisionsannahmeverbot (§ 34 e Abs. 3 Satz 1 GewO) sichert die Unabhängigkeit der Versicherungsberater, die keine wirtschaftlichen Vorteile von Versicherungsunternehmen erhalten oder von ihnen in anderer Weise abhängig sein dürfen (§ 34 e Abs. 1 Satz 1 GewO).

Unterschiede zwischen Versicherungsberater und Versicherunsmakler

Demgegenüber ist das Berufsbild des Versicherungsmaklers anders als das Berufsbild des Versicherungsberaters, nicht in erster Linie geprägt von einer rechtsberatenden Tätigkeit, sondern vielmehr von der Vermittlung eines oder mehrerer Versicherungsverträge sowie der Verwaltung von bestehenden Verträgen. Er ist somit als Versicherungsvermittler tätig und benötigt ebenso wie der Versicherungsvertreter gemäß §34 d GewO (Versicherungsvermittler) eine Erlaubnis der zuständigen Industrie- und Handelskammer.

Auch der unabhängige Versicherungsmakler erhält für seine Vermittlungstätigkeit vom Versicherer eine Courtage. Die dadurch vorliegende Interessenbindung ist geeignet, seine Vermittlungstätigkeit zu beeinflussen. Der Versicherungsmakler hat in diesem Fall sicherlich ein Interesse daran, dass es zu einem Vertragsschluss bei dem Unternehmen kommt, von dem er eine Courtage erhalten wird. Dies wird nicht immer den Interessen des Versicherungsnehmers gerecht.

Darüberhinaus besteht möglicherweise die Gefahr, dass der Versicherungsmakler zu einem Vertagsschluss rät, obgleich es sachgerechter wäre, dass kein Versicherungsvertrag abgeschlossen wird.

Die unterschiedliche Beschreibung der Tätigkeitsfelder zeigt, dass es für den Verbaucher essentiell wichtig ist zu wissen, ob derjenige der „ihn berät“, als Versicherungsberater tätig ist oder als Versicherungsvermittler arbeitet.