Position der Privaten Krankenversicherung soll gestärkt werden

Bereits seit einigen Monaten müssen sich die privaten Krankenkassen immer wieder gegen negative Berichterstattungen wehren. Nicht nur, dass die privaten Krankenversicherungen (PKV) aufgrund von Finanzierungsproblemen zu Beginn des Jahres ihre Beiträge vehement anheben mussten, auch die Qualität der Versorgung wurde bemängelt.

Der Vorsitzende des Verbandes der Privaten Krankenversicherungen, Reinhold Schulte, forderte jetzt für Privatversicherungen die gleichen Rechte wie für die gesetzlichen Krankenkassen. So soll es beispielsweise künftig auch privaten Krankenkassen möglich sein, mit Ärzten und der Pharmaindustrie direkte Vertragsvereinbarungen zu treffen und gleichzeitig ein einheitliches Qualitätsmanagement einzuführen. So wäre unter anderem ausgeschlossen, dass einige Ärzte über Privatpatienten überflüssige Leistungen abrechnen, um so das Defizit, welches durch die Versorgung mit Kassenpatienten entsteht, auszugleichen.

Die Forderung nach einem Mandat für die Vertragsfreiheit der privaten Krankenkassen wird unter anderem vom bayerischen CSU-Gesundheitsexperten Johannes Stighammer positiv aufgenommen. Statistiken belegen nämlich unter anderem, dass die Beiträge für die private Krankenversicherung in den vergangenen Jahren durchschnittlich um 3,9% angestiegen sind, gesetzlich Versicherte mussten hingegen nur 2,4% mehr bezahlen. Zudem stiegen die Ausgaben der PKV in den vergangenen zehn Jahren um rund 49%, die gesetzlichen Krankenversicherungen hingegen geben heute nur rund 31% mehr aus als 1997.

Vor allem Selbstständige oder Beamte mit einem geringen oder durchschnittlichen Einkommen sind durch die höheren Kosten stark belastet. Stighammer fordert daher Möglichkeiten, den drastischen Prämiensteigerungen entgegenzuwirken. Spezielle Verträge der privaten Krankenversicherungen mit den Leistungserbringern könnten dabei behilflich sein. Einzelne Maßnahmen hierzu wurden jedoch noch nicht besprochen.

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