Vereinigte IKK: Fusion mit IKK Classic

Erst zum Freitag entschied sich der Vorstand der Vereinigte IKK zur Einführung eines Zusatzbeitrags. Jetzt kann die GKV schon wieder Entwarnung geben. Wie mehrere Zeitungen übereinstimmend berichten, peilen Vereinigte IKK und IKK Classic eine Fusion an. Mit diesem Schritt würden beide Innungskrankenkassen einen Satz nach vorn machen und mehr als 3,5 Millionen Versicherte in ihren Reihen vereinen. Es entstünde so die sechstgrößte GKV in Deutschland.

Vorerst kein Zusatzbeitrag

Aufgrund der angespannten finanziellen Situation hatte sich die Vereinigte IKK erst Ende der vergangenen Woche für die Einführung eines Zusatzbeitrags durchgerungen.

Die Versicherten der GKV hätten rückwirkend zum 1. April 2011 acht Euro mehr für ihre Krankenversicherung auf den Tisch legen müssen. Durch die Fusion der beiden gesetzlichen Krankenkassen ist der Zusatzbeitrag aber vorerst abgewendet. Fehlende Zuwendungen aus dem Gesundheitsfonds waren die Ursache für den Zusatzbeitrag.

Fusion klappt im 2. Anlauf

Für die beiden Innungskrankenkassen ist es bereits der 2. Anlauf. Bereits im März missglückte der erste Versuch und scheiterte am Veto der IKK Classic. Jetzt haben sich deren Vorstände allerdings eines Besseren belehren lassen, so Michael Förstermann. Der Sprecher der IKK Classic bestätigte die Fusionspläne zumindest gegenüber dem „Handelsblatt“. Wie genau der Schulterschluss zwischen den Innungskrankenkassen allerdings genau aussehen wird, bleibt abzuwarten.

Branchenexperten halten zwei unterschiedliche Wege für möglich. Entweder kommt es zu einem echten Zusammenschluss der beiden gesetzlichen Krankenkassen. Oder die IKK Classic greift der Vereinigte IKK vor allem unter dem finanziellen Aspekt unter die Arme. Aber egal, wie die Würfel am Ende fallen – die Vereinigte IKK muss dringend an einer substanziellen und nachhaltigen Strukturlösung arbeiten, ohne die früher oder später neue Probleme drohen.

Herausforderungen der Zukunft

Was den Ausschlag für die Fusion gegeben hat, bleibt offen. Vielleicht ist es die Angst vor dem Dominoeffekt einer Pleite – ähnlich der City BKK. Auf der anderen Seite stünde als Erklärungsversuch aber auch die Theorie, dass sich in der Masse die Herausforderungen der Zukunft besser bewältigen lassen. Den obwohl gut gefüllt, ist der Gesundheitsfonds nicht die Kuh, die man einfach so melken kann.

 

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