Unisex-Tarife: PKV für Männer teurer geworden

Im Auftrag vom „Handelsblatt“ haben Franke und Bornberg 17 private Krankenversicherer getestet. Das Ergebnis: Die eingeführten Unisex-Tarife haben die private Krankenversicherung für Männer teurer gemacht – bis zu 62 Prozent. Frauen können hingegen beim richtigen Anbieter viel sparen.

PKV im Test bei Franke und Bornberg

Das Analysehaus Franke und Bornberg hat überprüft, wie sich die Beiträge für die private Krankenversicherung (PKV) mit der Einführung der Unisex-Tarife verändert haben. Die Experten haben insgesamt 34 Tarife von 17 Versicherungsgesellschaften unter die Lupe genommen. Da Branchenexperten bereits erwartet hatten, dass es für Männer teurer und für Frauen billiger wird, sind die Ergebnisse keine große Überraschung. 30-jährige Männer, die nun in die PKV oder ihren PKV-Tarif wechseln wollen, müssen je nach Anbieter und Angebot zwischen vier und 62 Prozent mehr für den privaten Krankenversicherungsschutz zahlen.

PKV: Männer zahlen im Schnitt 26 Prozent mehr

Die höchste prozentuale Beitragssteigerung vermerkten Franke und Bornberg für den Tarif „KVE+VKEH“ der HanseMerkur – 62 Prozent beträgt der Preisanstieg. Die Kosten für den Unisex-Tarif belaufen sich dennoch nur auf knapp 200 Euro im Monat. Gleichzeitig bietet der Versicherer auch einen Tarif an, bei dem Männer nur vier Prozent mehr zahlen müssen: „ASZG+PS3+VKE“. Hier muss allerdings tiefer in die Tasche gelangt werden, die monatliche Prämie beträgt rund 420 Euro.

Private Krankenversicherung: Frauen sparen bis zu 24 Prozent

Beim Versicherer Bayerische Beamten/UKV können Frauen laut der Studie des Analysehauses am meisten mit einem Wechsel sparen. Der Beitrag für den Tarif „CompactPRIVAT Start“ wurde um 24 Prozent gesenkt. Ebenfalls deutliche Beitragssenkungen für Frauen von zehn und mehr Prozent haben die Unternehmen Gothaer, Münchener Verein und AXA vorgenommen, wie das Vergleichsportal finanzen.de berichtet.

Viele Gründe für PKV-Beitragserhöhung

Franke und Bornberg weist darauf hin, dass nicht nur die Unisex-Tarife für die teils deutlichen Beitragssteigerungen verantwortlich zu machen sind. Auch der Rechnungszins, neu kalkulierte Schäden und neu eingeführte Leistungen sind Faktoren, die am Ende die Höhe der Prämie bestimmen. Daher sollten Versicherte nicht nur auf den Preis schauen. Besonders günstige Tarife sind ein Zeichen dafür, dass gewisse Leistungen ausgeschlossen werden. Der Rat vom Geschäftsführer von Franke und Bornberg, Michael Franke, lautet daher: „Man muss genau hinschauen in der PKV und pauschale Aussagen hinterfragen.“

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