Überschuss bei der Sozialversicherung von 800 Millionen Euro

Trotz der Krisen, die Europa zurzeit erschüttern, hat die Sozialversicherung durch die gute deutsche Konjunktur im ersten Quartal dieses Jahres ein klares Plus erwirtschaften können. Der Überschuss beziffert sich auf 800 Millionen Euro. Die Quartalsbilanz der Bundesagentur für Arbeit fällt dabei besonders gut aus.

700 Millionen mehr als Anfang 2011

Das Statistische Bundesamt hat die Entwicklung der deutschen Sozialversicherung für das erste Quartal 2012 analysiert und festgestellt, dass das Plus um 700 Millionen Euro höher als zum Vorjahresquartal ausfällt. Den Einnahmen von 129,4 Milliarden Euro stehen Ausgaben in Höhe von 128,6 Milliarden Euro gegenüber. Somit ergibt sich ein Überschuss von 800 Millionen Euro. Für die Berechnung wurden alle Einnahmen und Ausgaben der Sozialversicherung, d.h. der gesetzlichen Pflege-, Unfall-, Renten- und Krankenversicherung, der Alterssicherung für Landwirte sowie der Bundesagentur für Arbeit, berücksichtigt.

Überschüsse bei der GKV und der Bundesagentur für Arbeit

Besonders die Agentur für Arbeit trug zu dieser positiven Bilanz bei. Der Überschuss hat sich im Vergleich zum ersten Quartal 2011 fast verdoppelt und liegt nun bei 1,3 Milliarden Euro. Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) konnte zwar immer noch ein Plus von 400 Millionen Euro verbuchen, jedoch sank der Überschuss im Vergleich zum Vorjahresquartal 2011 um 500 Millionen Euro. Der Grund dafür sind die gestiegenen Ausgaben im Vergleich zu den Einnahmen.

Defizite bei der gesetzlichen Renten- und Pflegeversicherung

Von der gesetzlichen Pflege- und Rentenversicherung gibt es hingegen keine positiven Nachrichten. Die gesetzliche Pflegeversicherung schloss das Quartal mit einem Defizit von 200 Millionen Euro ab, da die Ausgaben auf 5,7 Milliarden Euro gestiegen sind. Das sind 4,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die gesetzliche Rentenversicherung konnte zwar ihr Defizit von 900 auf 600 Millionen Euro verringern, doch verzeichnet sie weiterhin ein deutliches Minus. Das Statistische Bundesamt wies darauf hin, dass es nicht möglich ist, anhand des derzeitigen Überschusses auf das Jahresergebnis zu schließen. Die Einnahmen und Ausgaben unterliegen zu starken Schwankungen, um genaue Prognosen abgeben zu können.

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