Übergewicht: Mehr als zwei Milliarden Betroffene
Das britische Fachjournal „The Lancet“ veröffentlichte vergangene Woche einen Artikel, in dem die negative Entwicklung von Fettleibigkeit in der jüngeren Vergangenheit auf der ganzen Welt nachgezeichnet wird. Schätzungen zufolge leiden zurzeit rund zwei Milliarden Menschen unter Adipositas oder Fettleibigkeit. Die Autoren gehen davon aus, dass Fettleibigkeit zu einem größeren Gesundheitsrisiko werden könnte als Rauchen.
Staatliche Regelungen gefordert
Im Gegensatz zu einer Epidemie ist eine Pandemie nicht regional beschränkt, sondern gleichermäßig über Kontinente oder die ganze Welt verbreitet.
Ermittelt wird Fettleibigkeit mithilfe des BMI (Body-Mass-Index), einem Verhältnis vom Gewicht zu Größe der Betroffenen. Ab einem BMI von 25 gilt man als übergewichtig, ab 30 als adipös. Laut „The Lancet“ sind heutzutage nicht mehr nur Industrienationen betroffen, sondern auch Nationen mit einem geringen BIP, wobei die Verteilung nach wie vor unterschiedlich betrachtet werden muss. Sind in China oder Japan nur fünf Prozent der Frauen adipös, so sind es in den USA rund ein Drittel.
Maßnahmen zur Verminderung von Fettleibigkeit
Fettleibigkeit und Adipositas sind schwerwiegende Erkrankungen, sie führen zu Herz-Kreislauf-Störungen und können Demenz und Diabetes fördern. Eine weitere Ausbreitung gilt es daher schnellstmöglich zu unterbinden.
Möglichkeiten zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung sieht die Harvard School of Public Health in Boston darin, für ungesunde Nahrungsmittel eine Zusatzsteuer zu erheben und die exzessive Werbung zu reglementieren. Für die Forscher ist es daher von entscheidender Bedeutung, beim kommenden Treffen der Vereinten Nationen die Fettleibigkeit zu einem Kernthema zu machen sowie geeignete und wirksame Gegenmaßnahmen zu finden.
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