Übergewicht: Hat der Body-Mass-Index ausgedient?

Geht es um die Ernährung, dreht sich alles auch um den Body-Mass-Index. Allerdings wächst die Kritik am BMI. Dessen grundlegendes Problem: Er setzt lediglich Masse und Körpergröße ins Verhältnis. Und verleitet daher zu Fehlinterpretationen. Wissenschaftler fordern daher die Einführung eines neuen Index, der wichtige Parameter in der Fettverteilung und den körperlichen Rahmenbedingungen berücksichtigt.

Body-Mass-Index – durch dick und dünn

Schlanksein und eine attraktive Figur – viele Verbraucher, Männer wie Frauen, jagen diesem Ideal hinterher. Wenn es sich um eine gesunde Ernährung und die Beratung dazu dreht, taucht der sogenannte BMI oder Body-Mass-Index fast schon zwangsläufig auf.

Gebetsmühlenartig wird immer wieder von einem BMI zwischen 18,5 und 25 geredet. Darüber oder darunter gilt man schlicht als zu dünn oder einfach zu fett.

Eine Tatsache, die allerdings immer wieder an Grenzen stößt. Ein Bodybuilder mit einem Body-Mass-Index von 27 wird wohl kaum zuviel Fett auf den Rippen haben. Und wer einen Triathleten als zu dünn tituliert, lehnt sich ebenfalls weit aus dem Fenster. Dass der BMI die Wirklichkeit nur bedingt abbilden kann, liegt an der Berechnung. Denn es werden lediglich Körpermasse und Körpergröße über eine Verhältnisgleichung berücksichtigt.

Realität anders als der BMI

Dass die Realität oft ander aussieht, zeigen die beiden Beispiel. Wissenschaftler, wie Harald Schneider von der Ludwig-Maximilians-Universität in München fordern daher eine Abkehr vom BMI. Gegenüber der „Welt“ plädiert Schneider für einen neuen Index, den WHtR (waist-to-height-ratio). Dessen Kern ist die Berücksichtigung des Taillenumfangs. Damit geht der WHtR-Index auf die Verteilung des Körperfetts ein. Ein wichtiger Parameter, wenn man auf den Gesundheitszustand einer Person Rückschlüsse ziehen will.

Fettverteilung für Gesundheitsgefährdung entscheidend

Was am meisten über die gesundheitlichen Risiken von Fetteinlagerungen entscheidet, ist nach Ansicht der Medizin nicht mehr allein die „Menge“ an Arme, Beine und Po. Wichtiger ist dessen Verteilung. Und hier scheint das Fett um die Hüfte eine besondere Rolle zu spielen. Ein Faktor, den der BMI nicht berücksichtigt. Allerdings ist auch der WHtR-Index noch lange nicht der Stein der Weisen. Um Risikofaktoren und Gesundheitsgefährdungen korrekt zu beurteilen, müssen mehrere Parameter ins Auge gefasst werden. Der Body-Mass-Index zumindest scheint ausgedient zu haben.

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