Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche Verluste. Zum größten Verlierer zählt die Central Krankenversicherung.

Mehr als 165.000 Vollversicherte hat der private Krankenversicherer Central in den letzten fünf Jahren verloren. Wie das Versicherungsjournal berichtet, ist der Abgang dabei kontinuierlich verlaufen. Mit deutlichem Abstand folgt der Versicherer DKV, der zwischen Januar 2011 und Januar 2016 rund 96.000 weniger Versicherte verbucht hat. Auf den Plätzen drei und vier folgen Allianz und Bayerische Beamtenkrankenkasse mit einem Minus von rund 66.000 beziehungsweise 44.000 Kunden. Gothaer, Union, LKH und Münchener Verein mussten in den letzten Jahren ebenfalls Abgänge im niedrigen fünfstelligen Bereich verkraften.

Debeka gewinnt die meisten neuen Kunden

Zu den Gewinnern in der privaten Krankenversicherung zählt eindeutig Debeka. Der größte Anbieter gewann zwischen 2011 und 2016 über 150.000 Vollversicherte dazu. HanseMerkur und AXA komplettieren die Top 3. Sie wuchsen um rund 65.000 beziehungsweise 32.000 Kunden. Auch R+V kann sich noch über ein Plus im fünfstelligen Bereich freuen. Signal, Deutscher Ring, Hallesche und Alte Oldenburger legten zwischen 6.000 und 4.800 Versicherte zu.

Wirft man einen Blick auf das prozentuale Wachstum, so platziert sich die Mecklenburgische Krankenversicherung an der Spitze. „Der Bestand wuchs um über drei Viertel auf 1.822 Vollversicherte“, so das Versicherungsjournal.

Zahl der Privatversicherten nimmt auf Fünfjahressicht ab

Obwohl manche Versicherer teils viele neue Kunden hinzugewonnen haben, hat die private Krankenvollversicherung innerhalb der letzten fünf Jahre insgesamt ein Minus eingefahren. Dem PKV-Verband zufolge beträgt dieses 108.200 Personen. Zieht man jedoch die privaten Zusatzversicherungen hinzu, verbucht die Branche ein Plus. Im Jahr 2015 kommt der Verband auf 33,56 Millionen Verträge zur Krankenvoll- und Zusatzversicherung. Krankenzusatzversicherungen machen dabei einen Anteil von 24,77 Millionen aus, private Pflegeversicherungen rund 3,27 Millionen.

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