TK-Gesundheitsreport: Medikamentenkonsum steigt

TK Gesundheitsreport
Die Techniker Krankenkasse führt jedes Jahr einen Gesundheitsreport durch. Der TK-Gesundheitsreport zeigt nach Durchsicht der Rezepte, die an die insgesamt 3,4 Millionen TK-Versicherten zwischen dem 15 und dem 65. Lebensjahr ausgestellt werden, wie oft Versicherte Medikamente nutzen und in welcher Form diese verschrieben werden. Hieraus kann die Krankenversicherung dann Rückschlüsse ziehen und weitere Vorgehensweisen planen.
Männer nehmen mehr Medikamente ein als Frauen
Der Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse zeigt dabei unter anderem, dass Männer deutlich häufiger Medikamente nutzen als Frauen.
Medikamenteneinnahme gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten bei Männern nimmt zu
Männer nutzen dabei vor allem Herz-Kreislauf-Präparate, die an nahezu 50% der Männer ausgegeben werden. Bei Frauen liegt der Anteil an diesen Medikamenten bei gerade einmal 22 Prozent. Den Anstieg sehen Wissenschaftler vor allem im aktuellen Lebensstil, der durch eine zu fette Ernährung und zu wenig Sport geprägt ist. Durch eine gesündere Lebensweise könnten viele Männer auf die Einnahme dieser Medikamente sogar verzichten.
Einnahme von Antibiotika nimmt zu
Durch die Auswertung des TK-Gesundheitsreports konnte gleichzeitig festgestellt werden, dass das Volumen der von niedergelassenen Ärzten verschriebenen Antibiotika bei den TK-Versicherten um nahezu 25% gestiegen ist. Jede Erwerbsperson, die für den Test analysiert wurde, erhielt demnach im Jahr 2009 5,1 Tagesdosen Antibiotika, fünf Jahre zuvor lag die Zahl noch bei 4,1.
Antibiotika werden zu schnell verschrieben
Der Arzneimittelexperte der TK, Thomas Widmann, sieht diese Entwicklung als sehr bedenklich. Er nennt vor allem den Hintergrund der Antibiotikaresistenzen und plädiert für eine genaue Nutzen-Risiko-Abwägung, bevor Ärzte Antibiotika verschreiben. Der Bericht zeigt auch, dass vor allem Erkrankungen bei Kindern häufig mit Antibiotika behandelt würden, obwohl es sich um eher harmlose Erkrankungen handelt. Dies sowie die häufig vorschnelle Absetzung des Medikaments führe zu Resistenzen, so dass bei späteren Behandlungen kaum noch Erfolge erzielt werden könnten.
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