TK-Gesundheitsreport: Depressionen nehmen dramatisch zu

Kaum ein Thema bewegt derzeit die Gemüter im Gesundheitswesen so wie die Entwicklung bei den psychischen Erkrankungen. Speziell die starke Zunahme im Bereich depressiver Episoden bzw. der Depression macht den Experten zu schaffen. Denn wie aus dem Gesundheitsreport der TK (Techniker Krankenkasse) hervorgeht, haben diese psychischen Erkrankungen deutlich zugenommen – allein bei den Fehlzeiten um 14 Prozent.

Krankenstand 2010 massiv gestiegen

Lange waren psychische Erkrankungen eher eine Randerscheinung in der Wahrnehmung vieler Experten.

Wer zum Beispiel unter Depressionen litt oder sich ausgebrannt fühlte, wurde schnell als zartbesaitet und Versager abgestempelt. Langsam aber sicher scheint sich in diesem Zusammenhang aber ein Umdenken durchzusetzen. Dies liegt wahrscheinlich an der Tatsache, dass gerade Depressionen und depressive Episoden immer häufiger werden. In der Techniker Krankenkasse haben sich die Fehlzeiten im vergangenen Jahr zum Beispiel um 14 Prozent erhöht.

Eine durchaus besorgniserregende Entwicklung, wenn man das Jahr 2010 im Kontext zu den letzten Jahren betrachtet. So ist allein die Zahl der Fehltage wegen psychischer Störungen um 57 Prozent angestiegen. Ebenfalls Anlass zur Sorge gibt der Zuwachs in der Altersgruppe der 20- bis 34-Jährigen. Hier verzeichnete die Techniker Krankenkasse allein zwischen den Jahren 2006 und 2010 einen Anstieg der Tagesdosen im Bereich der Erwerbstätigen um 70 Prozent.

Depression bald Volkskrankheit

Setzt sich die Entwicklung fort, könnte die Depression bald zu einer neuen Volkskrankheit Nr. 1 werden, so die Einschätzung von Experten. Im Gesundheitsreport der TK übernimmt die depressive Episode bereits Platz 1 bei den Fehltagen und überrundet damit die sonst üblichen Spitzenreiter. Was aus Sicht der Experten im Gesundheitswesen die psychischen Erkrankungen besonders schwerwiegend macht, ist die Dauer der Fehlzeiten.

Depressionen und depressive Episoden ziehen in der Regel lange Krankschreibungen von mehr als einem Monat nach sich, was zur Belastung für alle Beteiligten wird. Die Betroffenen stehen vor einer langen Leidenszeit, Krankenkassen und Unternehmen müssen den finanziellen Aspekt der Erkrankungen verkraften.

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