Test: Private Krankenversicherer mit Defiziten beim Service

Gleich zwei Tests kommen aktuell zu dem Ergebnis, dass der Kundenservice bei den privaten Krankenversicherern noch Luft nach oben hat. Sowohl beim Deutschen Institut für Service-Qualität (DISQ) als auch bei ServiceValue schneidet dieser deutlich schlechter als die Leistungen ab. Während eine Untersuchung anhand objektiver Kriterien durchgeführt wurde, waren beim anderen die Kundemeinungen entscheidend.

Bei der Wahl einer privaten Krankenversicherung achten Interessierte besonders auf das Preis-Leistungs-Verhältnis. Schließlich soll der Schutz nicht nur umfassend, sondern auch möglichst günstig sein. Dass Verbraucher zudem einen Blick auf die Qualität des Service werfen sollten, zeigen gleich zwei aktuelle PKV-Tests. Denn in beiden Untersuchungen schnitt der Kundendienst eher schlecht ab. Beim DISQ wurden für die Bewertung je zehn verdeckte Telefonate mit dem Versicherer durchgeführt beziehungsweise zehn E-Mails versendet. Auch die Internetseite wurde unter die Lupe genommen. Bei ServiceValue hatten hingegen die Versicherten selbst die Möglichkeit, den Service anhand ihrer Erfahrungen zu bewerten.

Zwei PKV-Testsieger beim DISQ

Gleich fünf private Krankenversicherer können mit ihrem Kundenservice beim DISQ nicht überzeugen und werden mit „ausreichend“ bewertet. Bei drei Anbietern – Münchener Verein, Central und SDK – ist der Kundendienst hingegen „gut“. Insgesamt hat sich der Service der Branche im Vergleich zum Vorjahr jedoch verschlechtert. „Mängel zeigen sich vor allem bei der E-Mail-Bearbeitung der Unternehmen: Annähernd jede vierte Anfrage bleibt im Test unbeantwortet“, so das Institut.

Fasst man die Bewertung für Preis, Leistung und Service zusammen, überzeugen im Gesamtergebnis Allianz und Barmenia.

Spürbare Unzufriedenheit durch gestiegene Beiträge

Wie beim DISQ zeigt sich bei ServiceValue ebenfalls, dass die Versicherer mit ihren Leistungen mehr überzeugen als mit dem Kundendienst. So sind die befragten Privatpatienten mit der Produktleistung ihrer Anbieter sehr zufrieden. Beim Kundenservice „lässt die Kundenzufriedenheit bereits etwas nach“, heißt es in der Studie. Am schwächsten haben die Versicherten das Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet. Grund ist vor allem der Faktor stabile Beiträge. Hier machen die Tester „über alle untersuchten PKVs hinweg mit 26 Prozent eine spürbare Unzufriedenheit aus“.

Neben den drei genannten Kategorien bewerteten die Befragten auch die Erreichbarkeit, die Kundenberatung und die Kundenkommunikation. Im Endergebnis erreichen drei private Krankenversicherer eine sehr gute Bewertung: Debeka, HUK-Coburg und Continentale.

Weitere News:

Tops und Flops in der privaten Krankenversicherung

Aktuelle Zahlen zeigen, welche privaten Krankenversicherer in den letzten fünf Jahren die meisten neuen Mitglieder gewonnen haben. Rund die Hälfte der berücksichtigten 33 Anbieter ist gewachsen. Andere Anbieter verbuchen dagegen teils deutliche… mehr

Finanztest: Probleme mit der privaten Krankenversicherung vermeiden

In der aktuellen Ausgabe von Finanztest (08/2016) greift Stiftung Warentest das Thema Probleme mit der privaten Krankenversicherung auf. Denn nicht immer zahlen die Versicherer für jede Behandlung. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn diese nicht… mehr

Finanztest prüft PKV-Ergänzungstarife für Beamte

Beamte haben die Möglichkeit, mit Beihilfeergänzungstarifen ihren Versicherungsschutz aufzustocken. Denn trotz privater Krankenversicherung und Beihilfe bleiben sie manchmal auf Kosten sitzen, etwa wenn Zahnersatz oder eine neue Brille notwendig… mehr

Kosten für Physiotherapie: Ärger mit privater Krankenversicherung

In der Regel profitieren privat Versicherte von sehr guten Leistungen. Doch nicht immer ist im Vertrag eindeutig geregelt, für welche Behandlungen der Versicherer wie viel zahlt. Ein solcher Streitfall stellt beispielsweise die Kostenübernahme… mehr