Super-Impfstoff zum Schutz vor allen Grippeviren

Antibiotika sind in vielen Fällen wirkungslos, jährlich sterben zehntausende Menschen an bakteriellen Infektionen. Immer mehr Krankheitserreger sind resistent gegen Antibiotika. Ein Grund hierfür ist deren zu häufige Anwendung. Laut Professor Francis Collins vom National Institutes of Health (NIH) in Bethesda (Maryland) wird es jedoch in wenigen Jahren einen Super-Impfstoff geben, der vor allen Grippearten schützt.

Immer geringerer Schutz durch Antibiotika

Dass die gewöhnlichen Antibiotika immer weniger effektiv werden, beruhe vor allem auf deren Entwicklung, so Professor Collins im Gespräch mit Welt Online. Von den bedrohlichen Bakterien blieben diejenigen übrig, die durch Mutation immun gegen die Antibiotika seien. Deren übermäßige Anwendung fördere diese Evolution der Bakterien. Laut Collins ist es schwierig, hier einen genauen Wert zu nennen. Das American College of Physicians gehe aber davon aus, dass jede zweite Verschreibung von Antibiotika überflüssig sei. Das Entstehen von immunen Krankheitserregern werde auch bei der Zucht von Rindern, Schweinen und Hühnern begünstigt, hier fehle es aber noch an Detailwissen.

Zudem haben holländische und amerikanische Forscher ermittelt, dass sich die lebensbedrohliche Vogelgrippe so leicht wie ein Schnupfen von Mensch zu Mensch ausbreiten könnte. Laut Collins müssten dringend neue Antibiotika hergestellt werden.

Entwicklung des Super-Impfstoffs

Collins zufolge ändern Grippeviren ihren genetischen Code und ihre Oberflächenstruktur permanent. Folge sei, dass jährlich neue Impfstoffe gegen den Erreger hergestellt werden müssen. Bestehen bleibe nur ein kleiner Teil des genetischen Codes. Die Forschung versuche, einen Impfstoff herzustellen, der auf diesen beständigen Code ausgerichtet ist. Dieser könne ein Universalimpfstoff sein, der allen Grippearten vorbeugt, auch der Vogel- und der Schweinegrippe. Laut Collins wäre dieser ein Schutz vor allen erdenklichen Fällen. Er könne einer Pandemie wie in den Jahren 1918/19, die zum Tod von mehreren Millionen Menschen führte, vorbeugen.

Collins bezeichnet die Forschungsarbeiten als vielversprechend. Die National Institutes of Health investierten jährlich 275 Millionen Dollar, um neue effektive Strategien zur Bekämpfung von widerstandsfähigen Erregern zu suchen. Es seien schon viele neue Angriffspunkte ausfindig gemacht und Ideen zur Umsetzung entwickelt worden. Er vermutet, dass der Impfstoff schon in vier bis fünf Jahren hergestellt sein kann. Es könnten dann jedoch noch vier Jahre vergehen, bis dieser auf den Markt gebracht wird.

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