Sucht: Salz wirkt wie eine Droge
Übergewicht und Fettleibigkeit sind zwei Kernprobleme, mit dem sich die Gesundheitssysteme der Industrieländer herumschlagen müssen. Inzwischen legen auch deutsche Verbraucher immer kräftiger zu. Eine Tatsache, die sich nicht nur darauf zurückführen lässt, dass wir einfach aus dem Hungergefühl heraus essen. Wissenschaftler geben immer tiefere Einblicke in den Zusammenhang zwischen Appetit, Heißhunger und unseren Stoffwechselvorgängen. So haben Wissenschaftler herausgefunden, dass Salz wie eine Droge wirken kann.
Hunger auf Salz stammt aus der Evolution
In ihrer Untersuchung fanden die Forscher heraus, dass Salz auf eine ähnliche Weise wirken kann wie Suchtmittel, etwa Heroin oder Kokain.
Für ihren Versuch setzten die Wissenschaftler Versuchstiere auf Salzentzug und beobachteten später genau, was bei der Verabreichung von Salz passiert. Die Erkenntnis, dass Salz unser Gehirn, genauer den Hypothalamus beeinflusst, hat Gründe. Salz, das leider immer wieder als negativer Bestandteil der Nahrung deklariert wird, erfüllt wichtige Funktionen in den Zellen und ist aufgrund der Evolution schon lange Bestandteil des Lebens.
Salz essentiell im Stoffwechsel
Welche Funktion hat Salz genau? Es reguliert unter anderem den osmotischen Zelldruck und spielt eine wesentliche Rolle im Wasserhaushalt. Aus diesem Grund wäre ein kompletter Verzicht auf Salz gefährlich – ja sogar lebensbedrohlich. Die Evolution musste als dafür sorgen, dass wir Salz mögen. Allerdings verursacht diese „Vorliebe“ für salzige Nahrung zunehmend Probleme.
In der Natur ist der Zugang zum Mineral Salz schwer. Der Mensch hat aber Mittel und Wege gefunden, dieses Problem zu umgehen. Salz steht daher fast unbegrenzt zur Verfügung. Eine Entwicklung, die gesundheitliche Folgen hat, denn ab einem bestimmten Grenzwert ist Salz schädlich. Ein überdurchschnittlicher Konsum von Salz steht im Verdacht, Herz-Kreislauf-Probleme, wie Bluthochdruck, zu verursachen. Aus medizinischer Sicht ist es daher ratsam, behutsam mit der Droge Salz umzugehen – und hin und wieder auch auf die Inhaltsangaben von Fertiggerichten oder Chips zu achten.
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