Sucht: Missbrauch leistungssteigernder Medikament steigt

Kokain, Alkohol, Nikotin – alle drei sind klassische Suchtmittel, die jeder Verbraucher auf Anhieb kennt. In den letzten Jahren haben andere Sucht- und Aufputschmittel aber zunehmend an Bedeutung gewonnen. Inzwischen sind es aber nicht nur Schmerzmittel o. Ä., die den Weg in die Sucht ebnen. Vermehrt greifen Menschen zu leistungssteigernden Präparaten und begeben sich damit sprichwörtlich in einen Teufelskreis.

Erfolgsdruck als Auslöser für Doping

Ein wesentlicher Einflussfaktor auf den Einstieg ins Gehirndoping ist der zunehmende Erfolgsdruck, dem sich viele Menschen ausgesetzt sehen.

Stress im Beruf, Leistungsdruck im Studium – die Palette der Gründe, warum der geistigen Leistungsfähigkeit nachgeholfen wird, ist relativ breit. Und die Akzeptanz für das Gehirndoping ist keinesfalls so gering, wie man im ersten Moment annehmen mag. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen beziffert die Zahl derer, die schon einmal zu dieser Form der Leistungssteigerung gegriffen haben, auf rund fünf Prozent.

Dies geht zumindest aus einer Umfrage der DAK (Deutschen Angestellten Krankenkasse) hervor. In Zahlen entspricht dies rund zwei Millionen Beschäftigten zwischen 20 und 50 Jahren. Eine Tatsache, die zum Nachdenken anregen sollte, denn der Griff zu entsprechenden Medikamenten ist nicht nur aus gesundheitlicher Sicht umstritten. Auch unter dem strafrechtlichen Gesichtspunkt bewegen sich Betroffene im Bereich der Illegalität – zumindest wenn es sich um verschreibungspflichtige Medikamente handelt, die ohne Rezept beschafft werden.

Internet als Quelle für Arznei

Einer der großen Umschlagplätze für entsprechende Medikamente ist das Internet. Hier können sich Interessierte eine bunte Palette verschiedener Arzneimittel beschaffen. Gehandelt werden unter anderem Präparate, die eigentlich gegen Depressionen, Schlafapnoe oder das Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom ADHS zum Einsatz kommen. Bestes Beispiel ist Ritalin. Letzteres wird gegen ADHS verschrieben und soll – so die Meinung vieler – die Aufmerksamkeit steigern.

Allerdings warnen Experten eindringlich vor der Einnahme solcher Präparate ohne medizinische Indikation. Denn ob sich der gewünschte Effekt tatsächlich einstellt, ist fraglich. In einem nicht unerheblichen Teil der Fälle wirken die Medikamente genau in die entgegengesetzte Richtung und werden zudem von einem erheblichen Suchtpotenzial begleitet.

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