Studie: Optimisten haben eine höhere Lebenserwartung

Wer seine Gesundheit positiv einschätzt, lebt im Schnitt auch länger. Das haben Wissenschaftler der Universität Zürich nun in einer Langzeitstudie herausgefunden.

Insgesamt 8.200 Probanden befragten die Schweizer Forscher in den letzten 30 Jahren nach ihrem subjektiven gesundheitlichen Befinden und betrachteten diese Angaben im Anschluss in Zusammenhang mit dem Sterberisiko der Befragten. Das Ergebnis: Die Lebenserwartung steigt offensichtlich mit dem eigenen Wohlbefinden. Bei der Auswertung der erhobenen Daten zeigte sich, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit der Probanden, die die Frage nach ihrem gesundheitlichen Befinden mit „sehr gut“ beantworteten, deutlich über der von Befragten lag, die ihre Gesundheit pessimistischer einschätzten. Die untersuchten Personen mit einem äußerst positiven Gesundheitsempfinden wurden älter als alle anderen Probanden. Für Männer, die ihren Gesundheitszustand als „sehr schlecht“ bewerteten, ermittelten die Wissenschaftler ein über dreimal höheres Sterberisiko als für gleichaltrige Probanden, die mit „sehr gut“ antworteten.

Optimisten verfügen über ein „Langlebigkeits-Gen“

Dabei spielt es nach Einschätzung der Wissenschaftler auch kaum eine Rolle, ob ein Mensch etwa unter einer chronischen Krankheit leidet, ob er ein Raucher ist oder viel Alkohol konsumiert. Viel relevanter sei offenbar die entweder optimistische oder pessimistische Selbsteinschätzung der Menschen bezüglich ihrer Gesundheit. So bescheinigte der Leiter der Studie, Matthias Bopp, optimistischen Rauchern durchaus eine höhere Lebenserwartung. Optimisten hätten Ressourcen zur Verfügung, die ihnen beim Älterwerden helfen könnten. So wären sie entweder stresstoleranter, würden über ein stabileres familiäres Umfeld verfügen oder hätten generell ein sonnigeres Gemüt. Mit ihrem Optimismus würden sie über ein „Langlebigkeits-Gen“ verfügen, so Bopp.

Gesundheitsressourcen der Patienten sind wichtig

Aufgrund der Ergebnisse der Langzeitstudie schlussfolgerten die Forscher, dass Ärzte ihre Patienten nicht nur auf Krankheiten und gesundheitliche Risikofaktoren untersuchen, sondern gleichzeitig auch immer die verfügbaren Gesundheitsressourcen der Patienten im Blick haben sollten. So hätte etwa ein Patient, der die Frage nach seinem Wohlbefinden mit „Ich weiß nicht“ beantwortet, ein ungeahnt hohes Sterberisiko. Die Wissenschaftler erklären sich dieses Phänomen damit, dass solche Patienten bereits spüren würden, wenn etwas mit ihrem Körper nicht ganz in Ordnung ist, das dann aber entweder nicht wahrhaben oder nicht zugeben möchten.

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