Steigt der Krankenkassen Beitrag weiter?

Seit März 2010 tagt die Arbeitsgruppe zur Gesundheitsreform, die von der schwarz-gelben Regierung eingesetzt wurde, um die immer weiter steigenden Kosten der gesetzlichen Krankenkasse in den Griff zu bekommen. Innerhalb der Arbeitsgruppe sollen dabei kontroverse Themen diskutiert werden, um die Kosten zu senken und die gesetzliche Krankenversicherung weiterhin finanzierbar zu gestalten.

Zusatzbeitrag reicht gesetzlichen Krankenkassen nicht aus

Einer der Vorschläge, die dabei aufgegriffen wurden, ist nach Berichten des Magazins „Spiegel“ wohl auch eine Erhöhung des derzeitigen Einheitsbeitrages von 14,9%. Dieser Beitrag gilt für alle gesetzlich Versicherten einheitlich und wird in den Gesundheitsfonds eingezahlt. Für viele Krankenkassen sind die Leistungen aus dem Gesundheitsfonds jedoch nicht ausreichend, weshalb seit März 2010 viele Krankenkassen Zusatzbeiträge für ihre Versicherten eingeführt haben. Trotz dessen schätzen Experten, dass sich das Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung bis zum Jahr 2011 auf rund 15 Milliarden erhöhen wird, sofern der Beitragssatz nicht steigt.

Rösler dementiert mögliche Anhebung des Beitragssatzes über 14,9% hinaus

Die Spekulationen um eine mögliche Erhöhung der Beiträge wurden seitens der Regierung und des Gesundheitsministers Rösler bereits am Samstag, den 10. April, dementiert. Man bestreite, dass es derzeit Überlegungen gibt, den Beitragssatz zu erhöhen, um die Finanzierung der Krankenkassen robuster zu gestalten. Die Arbeitsgruppe erarbeite lediglich Maßnahmen, die der Kostensteigerung entgegenwirken sollen. Hierzu gehören Preisreduzierungen für Arzneimittel sowie die Umstellung der Beitragsprämien auf die so genannte „Kopfpauschale“. Eine Erhöhung der monatlichen Krankenkassenbeiträge hingegen soll auch aufgrund der dadurch steigenden Lohnnebenkosten und der negativen Auswirkung auf den Standort Deutschland ausgeschlossen werden.

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