Sprechzeiten: Ärzte-Kritik an GKV-Spitzenverband

In den Augen der Krankenkassen haben die Ärzte zu kurze Sprechzeiten. Als Argument für diese These hat der GKV-Spitzenverband eine Umfrage herangezogen, die aus den Monaten November und Dezember des vorvergangenen Jahres stammt. Und die Tatsache gerügt, dass Praxen im Schnitt nur eine Sprechzeit von 28,5 Stunden haben. Jetzt kommt seitens der Ärzte die verbale Retourkutsche, die sich auch gegen die Verbandschefin Doris Pfeiffer richtet.

Verbaler Schlagabtausch um Sprechzeiten

Nach Ansicht der Chefin des GKV-Spitzenverbandes Doris Pfeiffer müsse man sich nicht über lange Wartezeiten seitens der Patienten wundern, wenn Arztpraxen pro Woche im Schnitt nur 28,5 Stunden Sprechzeit hätten.

Ein Argument, dass die Ärzte so nicht auf sich sitzen lassen wollen. Der Berufsverband Deutscher Internisten e.V. sprach in einer Pressemeldung etwa von einem verspäteten Aprilscherz.

Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes, zeigte sich verwundert über soviel „Naivität“ einer Spitzenfunktionärin. Schließlich sei, so Wesiack weiter, die Sprechzeit nicht mit den Arbeitszeiten der Ärzte zu vergleichen. OP´s, wichtige Untersuchungen und endoskopische Eingriffe lassen sich „doch kaum während der Sprechstunde“ machen.

Verbaler Rundumschlag in Versorgungsdebatte

Aber auch die Ärztezeitung hält mit ihrer Meinung in Bezug auf die Argumente des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung nicht hinterm Berg. Das Blatt warf Doris Pfeiffer indirekt vor, die Details außer Acht zu lassen und sich nur auf wesentliche Punkte zu beschränken.

Nach Ansicht der Ärztezeitung ist das Manöver wohl geplant. Denn in dieser Woche beraten Gesundheitsministerium und Länder über die Arztpraxen in den einzelnen Verwaltungsbereichen. Kritiker der Chefin des Spitzenverbands werfen ihr vor, Stimmung gegen den Ärztemangel zu machen.

 

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