Signal, Hallesche, Barmenia und Gothaer schließen sich zusammen

Um bessere Verträge für ihre Versicherten auszuhandeln, planen die privaten Krankenversicherer Barmenia, Gothaer, Hallesche und Signal sich zu einem Joint Venture zusammenzuschließen. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen wollen die vier Anbieter bei Verhandlungen mit Ärzten und Kliniken eine bessere Position erlangen.

Im Gegensatz zu vielen privaten Krankenversicherern können große gesetzliche Krankenkassen vergleichsweise einfach individuelle Verträge mit Krankenhäusern und Ärzten bezüglich der Bezahlung und auch der Qualität aushandeln. Denn sie bündeln die Interessen von Millionen gesetzlich Krankenversicherten. Kleinere private Krankenversicherer nehmen hingegen keine derart starke Position ein, da die Verträge nur wenige Patienten der Kliniken und Mediziner betreffen. Vier PKV-Anbieter wollen nun ihre Stellung verbessern und haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet: Hallesche, Signal, Gothaer und Barmenia.

Joint Venture für Preisnachlässe und Kosteneinsparungen

Da die vier privaten Krankenversicherer als Joint Venture keine marktbeherrschende Position einnehmen werden, kann damit gerechnet werden, dass das Vorhaben vom Bundeskartellamt genehmigt wird. Laut Ärzte Zeitung läuft die Initiative unter dem derzeitigen Namen „Leistungsmanagement Plus“. Signal, Hallesche, Gothaer und Barmenia verfolgen dabei das Ziel, bessere Konditionen bei Vertragsverhandlungen herauszuholen. Von diesen könnten Versicherte gleich zweifach profitieren. Denn einerseits stehen bessere Leistungen in Aussicht. Andererseits sind durch vorteilhaftere Verträge Kostensenkungen möglich, sodass Beitragsanpassungen eingedämmt oder sogar vermieden werden können.

Signal, Hallesche, Barmenia und Gothaer: Zusammen 1,3 Millionen Vollversicherte

Doch nicht nur bei Vertragsverhandlungen mit Ärzten und Krankenhäusern wollen die vier PKV-Unternehmen eine bessere Ausgangsposition erreichen. Auch beim Einkauf kann es Vorteile geben, etwa wenn Verträge mit Anbietern für Hilfsmittel wie Rollstühle oder Hörgeräte geschlossen werden, so die Ärzte Zeitung. Das Joint Venture steht dabei auch anderen Interessenten offen.

Insgesamt vertritt das Gemeinschaftsunternehmen 1,3 Millionen Vollversicherte, was etwa jedem siebten Privatversicherten entspricht (14 Prozent PKV-Marktanteil). Zum Vergleich: Deutschlands größter privater Krankenversicherer Debeka hat laut dem Branchendienst map-report einen Anteil von etwa 25 Prozent, der zweitgrößte Anbieter DKV knapp 9,5 Prozent und Axa 9 Prozent.

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