Schönheitsoperationen: Krankenversicherung zahlt

Wer an Schönheitsoperationen denkt, denkt meist nur an Brustvergrößerungen oder Faltenbehandlung mit Botox aus ästhetischen Gründen. Es können auch medizinische Gründe zu Eingriffen führen. Solange der Patient eine medizinische Notwendigkeit nachweisen kann, ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse oder Versicherung wahrscheinlich. Allerdings sollten einige Dinge beachtet werden. Denkbare Szenarien wären kosmetische Eingriffe nach schweren Verkehrsunfällen.

Nachweis der medizinischen Notwendigkeit durch den behandelnden Arzt

Besonders für gesetzlich Versicherte ist es kein leichtes Unterfangen, eine Schönheitsoperation von der Krankenkasse bezahlt zu bekommen.

Lediglich wenn ein Schönheitsmakel zu einer ausgeprägten Depression führen kann oder wenn nach einem Unfall der Zustand wieder hergestellt werden kann, ist es möglich, eine Schönheitsoperation durch die gesetzliche Krankenkasse zu finanzieren.

Von entscheidender Bedeutung ist allerdings, dass der behandelnde Arzt einen lückenlosen und fehlerfreien Nachweis der medizinischen Notwendigkeit vorlegen kann und Möglichkeiten von kostengünstigeren Alternativbehandlungen nicht möglich sind. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den privaten Krankenversicherungen, auch wenn es je nach Versicherung und PKV-Tarif einfacher sein kann, die Krankenkasse von der Kostenübernahme zu überzeugen, so steht auch bei den Privaten die medizinische Notwendigkeit im Vordergrund.

Kostenübernahmeanträge nehmen deutlich zu

Die Übernahme von Kosten für Schönheitsoperationen ist in den vergangenen Jahren angestiegen, denn besonders der Bedarf nach wiederherstellenden Eingriffen als Folge von Verkehrsunfällen steigt immer weiter an. Grund ist unter anderem, dass die Gesamtanzahl an Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Deren Folge können Verletzungen speziell im Gesichtsfeld sein.

Aus aktuellen Daten geht zum Beispiel hervor, dass in den ersten 7 Monaten des Jahres 2011 die Zahl an Unfällen mit Personenschäden im Vergleich zum gleichen Zweitraum 2010 um 4,3 Prozent zugenommen hat. Sollte sich dieser Trend weiter fortsetzen, könnte für die Krankenkassen in Zukunft ein Kostenanstieg ins Haus stehen. Denn mit der Zunahme an Verletzungen, welche Schönheitsoperationen nötig machen, steigen auch die Ausgaben in diesem Bereich – auch für die gesetzliche Krankenversicherung.

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