Salmonellen: Forscher finden Antibiotika-resistente Erreger

Salmonellen Bakterien

Antibiotikaresistenz gegen Salmonellen

Eine Infektion mit Salmonellen verläuft in der Regel harmlos, mit Durchfall und Fieber. Allerdings können die Erreger zum Problem werden, wenn das Immunsystem bereits geschwächt ist – etwa bei älteren Patienten oder Kindern. Behandelt wird die Infektion mit Salmonellen dann in aller Regel durch die Gabe von Antibiotika. Ein Forscherteam ist jetzt auf einen Salmonellen-Stamm gestoßen, der resistent gegen Antibiotika zu sein scheint.

Resistenter Stamm in Amerika und Europa

Seinen Ursprung hat der Salmonellen-Stamm nach Meinung der Wissenschaftler in Afrika, verbreitet sich derzeit aber massiv in Europa und Nordamerika.

Zwischen 2002 und 2008 sind allein in Frankreich, Dänemark und Teilen Großbritanniens 500 Fälle aufgetreten, in denen der neue, resistente Salmonellen-Stamm Salmonella enterica, Serotyp Kentucky, für die Infektion verantwortlich war. Resistent reagiert der Keim übrigens auf den Wirkstoff Ciprofloxacin.

Ciprofloxacin ist ein Breitband-Antibiotikum und gehört zur Gruppe der Fluorchinolone, die besonders gegen gramnegative Keime wirken. Ciprofloxacin wird unter anderem gegen durch Keime ausgelöste Darmerkrankungen eingesetzt, aber auch bei Harnwegsinfektionen oder Infektionen der Gallenwege. Seinen Ursprung hat der resistente Erreger nach Meinung der Forscher übrigens nicht in Europa oder Nordamerika, sondern in Afrika.

Kernland der Erreger womöglich Ägypten

Wie die Untersuchung der Wissenschaftler belegt, haben sich wahrscheinlich europäische Patienten erst in Ägypten, später auch in anderen Ländern des afrikanischen Kontinents angesteckt. Da es sich bei den Erkrankten aber auch um autochthone Fälle handelt, liegt der Verdacht nahe, dass einige Erreger über Lebensmittel nach Europa bzw. Nordamerika gelangten. Es bleibt aber die Frage offen, wie sich die Resistenz des Salmonellen-Erreger in Afrika entwickeln konnte?

Eine Ursache könnte der Einsatz von Ciprofloxacin in der Geflügelhaltung und die Verkettung mehrerer Produktionszweige sein. Medienberichten zufolge werden Rückstände aus Geflügelfarmen in Aquakulturen eingesetzt und umgekehrt. Durch diese Verkettung wäre eine Verbreitung der resistenten Erreger denkbar. Die aktuelle Studie macht deutlich, dass die Massentierhaltung und der damit verbundene Einsatz antibiotischer Mittel schnell zu einem Bumerang werden kann, welcher der Medizin eine wichtige Waffe im Kampf gegen Infektionen raubt.

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