RWI-Rating Report: Abwrackprämie für Kliniken

RWI Rating Report 2011

RWI Rating Report 2011

Die Gesundheitskosten steigen und die Krankenversicherer stöhnen unter den Leistungsausgaben. Eigentlich, so sollte man meinen, geht es den Leistungserbringern blendend. Allerdings sieht die Realität anders aus. Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung ( RWI ) legt im aktuellen Rating Report zu den Krankenhäusern ernüchternde Zahlen offen – bis zu 200 Kliniken droht die Schließung. Christoph Schmidt, Präsident des RWI, macht sich daher für eine „Abwrackprämie“ stark.

Die fetten Jahre sind vorbei

„Die fetten Jahre sind vorbei“ – so der Titel des Rating Reports.

Darin beschäftigt sich das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung mit der Entwicklung im Bereich der Krankenhäuser. Mit ernüchterndem Ergebnis. Von 2.000 deutschen Krankenhäusern droht nach Ansicht des RWI rund 200 Kliniken die Schließung. Damit sind ca. zehn Prozent der Spitäler betroffen.

Als Ursachen macht das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung eine Kombination verschiedener Auslöser verantwortlich. Ein wachsender Druck im Bereich der Kosten, ein zunehmender Rückgang bei den öffentlichen Zuwendungen und der demografische Wandel – alles zusammen sorgt dafür, dass deutschen Krankenhäusern inzwischen das Wasser scheinbar bis zum Hals steht. Gegenüber dem ZDF gab Professor Christoph Schmidt der Politik eine Mitschuld an der Misere.

Politik trägt Mitschuld an Schwierigkeiten

In den Augen des RWI-Präsidenten muss die Politik einen Teil der Schuld zugeschoben bekommen. Zuschüsse, die in den vergangenen Jahren reichlich geflossen sind, haben den Eindruck der „guten Jahre“ geweckt. Jetzt, wo die öffentlichen Gelder nicht mehr im gewohnten Umfang den Kliniken zur Verfügung stehen, werden die Probleme offensichtlich.

Durch die schützende Hand des Staats hat die Regierung notwendige Maßnahmen zum Strukturwandel gebremst. Nach Meinung des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung werden es vor allem kleiner Krankenhäuser und Einrichtungen im ländlichen Raum sein, deren Zukunft auf unsicheren Füßen steht – mit Folgen für die Patienten solcher Regionen.

 

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