Rückenschmerzen durch Psychotherapie lindern

Immer mehr Menschen in Deutschland leiden unter Rückenschmerzen. Als häufigste Ursache wird dabei eine Beschädigung des Skelett- oder Gelenkapparates oder der Vorwölbung bzw. dem Austritt von Banscheibenmaterial (Bandscheibenvorfall) vermutet. Allerdings ist die Mehrzahl der Beschwerden auf eine Verspannung von Muskelgruppen zurückzuführen, weshalb die häufige Schonhaltung vieler Menschen oder sogar der Verzicht auf Bewegung und Sport der Heilung entgegenwirken.

Sport und Bewegung der Schlüssel bei Rückenschmerzen?

Forscher in England setzen daher jetzt auf eine Gesprächstherapie, bei der die Patienten über die Art und den Verlauf der Krankheit informiert und gleichzeitig von der Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten überzeugt werden sollen. Diese kognitive Verhaltenstherapie wurde in sechs Gruppensitzungen absolviert. Eine Vergleichsgruppe hingegen wurde nur in einem Beratungsgespräch über die Möglichkeiten der Bewegungsverbesserungen informiert.
Die Auswertung der Studie zeigte, dass eine kognitive Gesprächstherapie durchaus Erfolg versprechend ist. Bei rund 60% der teilnehmenden Patienten konnte eine deutliche Verbesserung der Beschwerden erzielt werden, bei der Vergleichsgruppe, die lediglich ein Beratungsgespräch erhielten, verbesserten sich die Rückenschmerzen bei nur rund 31% der Teilnehmer.

Psychotherapie hilft gegen Rückenschmerzen, ist aber noch kein Standard

Allerdings zeigte die Studie auch, dass viele Patienten einer Psychotherapie bei Rückenbeschwerden als nicht angemessen ansehen, denn viele zur Studie eingeladene Patienten haben diese Chance überhaupt nicht wahrgenommen. Wer der Psychotherapie jedoch Vertrauen schenkte, konnte vielfach hiervon profitieren.
Doch nicht nur die Patienten, auch die Krankenkassen profitieren von diesen Maßnahmen, denn im Vergleich zu anderen Behandlungsformen sind die Kosten der Gesprächstherapie relativ gering. Der Einsatz einer Psychotherapie bei Rückenproblemen gehört jedoch vielfach noch nicht zum Standard.

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