Rettung: AOK Rheinland/Hamburg an BKK für Heilberufe interessiert

Erst zu Beginn der Woche war bekannt geworden, dass die Rettung der BKK für Heilberufe zu scheitern droht, da seitens des möglichen Fusionspartners BKK vor Ort eine Rettung als zu teuer angesehen wird. Inzwischen scheint sich ein Silberstreif am Horizont abzuzeichnen, die AOK Rheinland/Hamburg hat Gespräche bestätigt, in denen es um einen Zusammenschluss zwischen den beiden Krankenkassen geht. Allerdings ist das Ergebnis bisher offen.

Keine Fusion von BKK vor Ort

Für das Scheitern der Fusionsbemühungen zwischen der BKK für Heilberufe und der BKK vor Ort verantwortlich war eine deutlich größere Deckungslücke bei der angeschlagenen BKK für Heilberufe als bisher gedacht.

Ursprünglich hatten Experten den Finanzierungsbedarf einer Fusion mit 53. Millionen Euro geschätzt. Allerdings haben sich die Kosten für den Zusammenschluss und die Rettung der BKK für Heilberufe deutlich erhöht – auf weit mehr als 53 Millionen Euro.

Diese Kostensteigerung hat zur Ablehnung der Fusion durch die BKK vor Ort zu Wochenbeginn geführt. Aufgrund dieser Tatsache rückt die Rettung der BKK für Heilberufe, die in den vergangenen Monaten eine hohe Zahl an Mitgliedern verloren hatte, in weite Ferne. Sollten die Gespräche mit AOK Rheinland-Pfalz/Hamburg scheitern, so droht möglicherweise bereits im November die Schließung einer zweiten Betriebskrankenkasse.

Schließung oder Rettung?

Im Zuge der jetzt zwischen der AOK Rheinland-Pfalz/Hamburg und der BKK für Heilberufe stattfindenden Gespräche über einen Zusammenschluss wird vor allem die wirtschaftliche Situation den Ausschlag geben. Dies bestätigte die Allgemeine Ortskrankenkasse und gibt einen Hinweis darauf, dass man den Finanzierungsbedarf im Detail noch nicht einschätzen kann. Das aktuelle Beispiel BKK für Heilberufe macht deutlich, dass trotz Überschüsse im Gesundheitsfonds nicht alle Krankenkassen davon profitieren.

Es ist vor allen Dingen die Differenz zwischen den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds und den tatsächlichen Kosten, welche die Bücher der Kassen belasten. Kommt es dann zu einer Situation ähnlich der City BKK, in der sich ältere und kranke Versicherte akkumulieren und die Rücklagen aufzehren, ist ein Zusatzbeitrag unausweichlich.

 

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