Rekordwert: Gesundheitsausgaben steigen um über 3 Prozent

 

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden anlässlich des Weltgesundheitstages mitgeteilt hat, sind die Gesundheitsausgaben der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen im Jahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent oder 8,9 Milliarden Euro gestiegen. Damit entspricht dieser Anstieg in etwa dem jährlichen Zuwachs von 3,0 Prozent in den Jahren 2000 bis 2009. In absoluten Zahlen ausgedrückt waren das 2010 Ausgaben von insgesamt 287,3 Milliarden Euro für alle Gesundheitsleistungen, was für jeden Einwohner durchschnittlich 3510 Euro im Jahr bedeutete.

Den gesetzlichen Krankenkassen sind dabei 58 Prozent der Ausgaben zuzuordnen. Das entspricht 165,5 Milliarden Euro und einem Plus zum Vorjahr von 2,9 Prozent. Die größte Ausgabensteigerung gab es mit 6,0 Prozent auf 21,5 Milliarden Euro jedoch bei der sozialen Pflegeversicherung. Dies ist vor allem der verbesserten Leistung aufgrund des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes von 2008 zuzuordnen.

Die meisten Ausgaben fließen an Arztpraxen

Fast die Hälfte (49 Prozent) der gesamten Gesundheitsausgaben flossen in die ambulante Gesundheitsversorgung und hier vor allem an Arztpraxen und Apotheken. So erhielten Arztpraxen 2010 43,1 Milliarden Euro und an die Apotheken flossen 40,9 Milliarden Euro.

Die Ergebnisse wurden im Zuge der Zusammenarbeit von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und dem statistischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) erhoben. Ziel ist die internationale Vergleichbarkeit von Gesundheitsausgaben.

Die hierfür herangezogenen Gesundheitsausgaben umfassen alle Güter und Leistungen zum Zweck der Prävention, Behandlung, Rehabilitation und Pflege sowie die Kosten für Verwaltung und Investitionen der Einrichtungen des Gesundheitswesens. In Deutschland sind dies die Krankenversicherungen, die sozialen Pflegeversicherungen, private Haushalte und Organisationen.

Die Berechnungen der Ausgaben bei den einzelnen Sozialversicherungsträgern enthalten normalerweise außerdem alle Ausgaben für Forschung und Ausbildung im Gesundheitswesen, Ausgaben für krankheitsbedingte Folgen und Einkommensleistungen, wie Entgeldfortzahlungen. Daher ist zu bedenken, dass die nun veröffentlichten Zahlen von den üblicherweise berechneten abweichen.

 

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