Reform der Arzneimittelpreise schon im August

Zwangsrabatte und Preisstops für Medikamente sollen die Pharmaindustrie bremsen

Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler ist bereits seit seinem Amtsantritt bemüht, die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherer zu reduzieren. Dabei will er auch den wachsenden Ausgaben für Arzneimittel begegnen, die in den letzten Jahren enorm gestiegen sind. Durch Zwangsrabatte, Preisstopps und verpflichtenden Verhandlungen der Pharmaindustrie mit den Krankenkassen sollen so Einsparungen in Milliardenhöhe erzielt werden.

Arzneimittelreform soll 500 Millionen einsparen

War die Reform des Arzneimittelmarktes bisher auf das Jahr 2011 datiert, einigten sich die Koalitionsfraktionen sowie der Bundesgesundheitsminister jetzt darauf, Teile dieser Reform bereits am 01. August 2010 in Kraft treten zu lassen. Bereits zu diesem Zeitpunkt sollen demnach die Preisrabatte, die den gesetzlichen Krankenkassen zustehen, von aktuell sechs auf dann 16% erhöht werden. Zudem sollen die Preise für Arzneimittel auf dem Niveau von August 2009 eingefroren werden, um künftige Preisanstiege zu verhindern. Durch diese Maßnahmen sollen allein im Jahr 2010 Einsparungen von rund 500 Millionen Euro erzielt werden können, die die Versicherungsunternehmen und somit auch die Versicherten entlasten.

Reform geht SPD und Grünen nicht weit genug – Weiterhin zu hohe Medikamentenpreise

Trotz der Einsparmöglichkeiten gibt es von vielen Seiten Widerstand gegen die Reform des Bundesgesundheitsministers. SPD und Grüne beispielsweise kritisieren, dass die Pläne nicht weit genug gehen, denn die Pharmaunternehmen können ihre Medikamente weiterhin zu hohen Preisen auf den Markt bringen. Die staatlichen Rabatte sind dann bereits eingepreist. Auch der Bund der Deutschen Industrie bemängelt das Reformpaket, da Zwangsrabatte und Preismoratorien die Renditeaussichten der Pharmaunternehmen und somit den Forschungsstandort Deutschland gefährden.

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