Rauchverbot führt zu weniger Herzinfarkten

Wie Focus Online berichtet, hat sich die Zahl an Herzinfarkten in Deutschland aufgrund des Rauchverbots in Gaststätten um 8,6 Prozent verringert. Hierbei zitiert das Nachrichtenmagazin eine Studie, die von der Krankenkasse DAK Gesundheit eingeleitet worden war. Der Vorstandsvorsitzende Herbert Rebscher fordert ein komplettes Rauchverbot. Vor rund fünf Jahren gab es die ersten Rauchverbote in Gaststätten.

Tausende Menschenleben gerettet

Das Rauchverbot konnte Tausende von Menschenleben retten, wie die Studie der DAK Gesundheit zeigt. Sie ist bisher die weltweit umfangreichste Studie und wurde von unabhängigen Forschern geprüft. Ihr ging ein knappes Dutzend an vergleichbaren Erhebungen unter anderem in Italien, Kanada und den USA voraus.

Laut DAK Chef Herbert Rebscher kann die Studie darlegen, dass die Nichtraucherschutzgesetze die Zahl an Fällen von Angina pectoris und Herzinfarkten merklich reduziert hat. Bei den DAK Versicherten gab es bereits ein Jahr nach Einführung der Verbote 1430 Angina-pectoris-Fälle und 450 Herzinfarkt-Einweisungen weniger. Auf alle Versicherten hochgerechnet sind es mehrere Tausend Klinikbehandlungen weniger wegen einer Herzattacke und mehrere Zehntausend weniger wegen Herzbeklemmung.

Während es in Deutschland infolge des Verbots 8,6 Prozent weniger Herzinfarkte gab, gab es in anderen Ländern mit solchen Reglements eine Verringerung von bis zu 17 Prozent. Jedoch gebe es dort absolute Rauchverbote, so Studienautor Reiner Hanewinkel. Focus Online zufolge könnten die Forschungsergebnisse auch in Deutschland zu einem Komplettverbot führen. In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die häufigste Todesursache. Laut dem Statistischen Bundesamt führten sie im Jahr 2010 zu 41 Prozent aller Todesfälle.

Diskussionen zur Erweiterung des Verbots

Herbert Rebscher sowie die Herzstiftung und die SPD fordern ein komplettes Rauchverbot für Deutschland. Hierzu gibt es derzeit einige aktuelle Debatten. So ist in Nordrhein-Westfalen ein bereits von der Landesregierung entschiedenes absolutes Rauchverbot in Gaststätten sehr umstritten. Laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum wird für die übrigen Bundesländer ausschlaggebend sein, ob das Verbot in Nordrhein-Westfalen erweitert wird. Vor Kneipensterben und Arbeitsplatzrückgang warnen Gegner wie der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

In Hamburg gibt es vergleichbare Debatten, nachdem das Bundesverfassungsgericht die dortige Bestimmung aufgelöst hatte. Diese hatte Raucherräume in Kneipen, jedoch nicht in Restaurants erlaubt. In Bayern wird ebenfalls diskutiert. Dem Rauchbann auf staatlichen Ausflugsdampfern auf den bayerischen Seen könnte ein Verbot in Stadien und Biergärten folgen.

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