Rauch-Stopp: Ersatzprodukte helfen nicht

Eine neue Studie der Harvard School of Public Health bescheinigt Nikotinersatzprodukten Wirkungslosigkeit. Die Ergebnisse der Befragung von 787 Erwachsenen, die in den vergangenen zwei Jahren das Rauchen aufgegeben hatten, lassen den Schluss zu, dass Pflaster, Kaugummis und Nasensprays keine Hilfe bei der Raucherentwöhnung bringen, starke Raucher sogar mit einer höheren Rückfallquote rechnen müssen.

Raucherentwöhnung mit Pflastern nur kurzfristig leichter

Zu den guten Neujahrsvorsätzen gehörte sicherlich auch für viele Bundesbürger der Rauch-Stopp. Abgesehen von den gesundheitlichen Folgen des Rauchens, wird auch der Geldbeutel durch die schädliche Angewohnheit belastet. Doch die meisten Raucher wissen aus eigener Erfahrung, dass es zuweilen nicht einfach ist mit dem Rauchen aufzuhören. Viele Menschen greifen daher bei einer geplanten Raucherentwöhnung auf die sogenannten Nikotinersatzprodukte zurück. Diese Kaugummis, Sprays und Pflaster enthalten Nikotin, das entweder über die Schleimhäute oder die Haut in das Blut gelangen und dabei die Entzugserscheinungen durch den Verzicht auf Zigaretten lindern sollen. Dies bietet laut der aktuellen Studie zwar kurzfristig Erleichterung. Langfristig kann diese Methode jedoch kaum überzeugen.

Wirksam oder nicht?

Auch frühere Studien haben sich bereits mit der Wirksamkeit der Ersatzprodukte auseinander gesetzt. So verweist der Spiegel auf die Übersichtsstudie Cochrane Collaboration. Hier wurden die Daten von 40.000 Teilnehmern herangezogen. Sie kam dabei zum Ergebnis dass sich die Chancen mindestens sechs Monate mit dem Rauchen aufzugeben, mit den Ersatzprodukten um 50 bis 70 Prozent erhöhen.

Die Studie der Harvard School of Public Health, die im Fachmagazin „Tobacco Control“ veröffentlicht wurde, legt allerdings nahe, dass die Nikotinersatzprodukte vor allem deshalb wirkungslos sind, weil sie häufig nicht richtig verwendet werden. Allgemein ist es ohnehin leichter die körperliche Abhängigkeit zu überwinden, während die psychische Abhängigkeit nicht nur länger anhält, sondern überdies auch schwer zu bekämpfen sei. Hier muss man an festsitzenden Verhaltensweisen genauso arbeiten, wie die Raucherentwöhnung etwa in einem entsprechenden Beratungsumfeld durchführen.

Leistungen der Krankenversicherung

Entwöhnungsprogramme konzentrieren sich daher auch meist weniger auf eine medikamentöse Unterstützung der Entwöhnung, sondern auf dem Ablegen von schädlichen Verhaltensweise. Solche Rauch-Stopp-Programme werden unter Umständen sogar von der Krankenversicherung bezahlt beziehungsweise direkt gefördert. Allerdings muss man hier zwischen den Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung unterscheiden. Hier gibt es weitere Informationen zum Thema Krankenkassen und Raucherentwöhnung.

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