Psychische Krankheiten immer häufiger Grund für Krankmeldung
Wie die Krankenversicherung DAK gestern mittteilte, ist die Zahl der Krankenmeldung im ersten Halbjahr 2012 genauso hoch wie im Vorjahr. Dabei ist mittlerweile der dritthäufigste Grund, weswegen sich Arbeitnehmer krank melden, eine psychische Erkrankung. Die Zahlen bestätigen, dass Krankheiten wie Depressionen weiter auf dem Vormarsch in Deutschland sind.
Durchschnittlich 6,5 Krankheitstage
Die DAK, eine der größten Krankenkassen mit 6,6 Millionen Versicherten in Deutschland, hat eine Studie zum Krankenstand der Deutschen durchgeführt. Die Krankenversicherung untersuchte dazu 2,4 Millionen Versicherungsdaten, um herausfinden, wie viele Arbeitnehmer sich in Deutschland in der Zeit von Januar bis Juni 2012 krank gemeldet haben. Das Ergebnis: 3,6 Prozent der Beschäftigten fehlten aufgrund einer Erkrankung auf der Arbeit. Damit liegt der Krankenstand auf dem gleichen Niveau wie im ersten Halbjahr 2011. Im Durchschnitt mussten Betroffene 6,5 Tage zu Hause bleiben, um ihre Krankheit auszukurieren.
Verschiedene Gründe für die Krankmeldung
Der häufigste Grund für eine Krankmeldung waren Muskel-Skelett-Erkrankungen mit 21,3 Prozent aller untersuchten Fälle, gefolgt von Atemwegsinfektionen mit 16,8 Prozent. Während vor 15 Jahren psychische Erkrankungen 6,6 Prozent aller Krankmeldungen ausmachten, sind sie im Jahr 2012 für 13,6 Prozent verantwortlich. In der Pressemitteilung des DAK heißt es, dieser Anstieg verdeutliche den Handlungsbedarf bei der Arbeitsorganisation der Betriebe. Auch müsse mehr für die Prävention getan werden. Erster Ansatzpunkt wäre eine Abänderung der beschleunigten Arbeitsprozesse, die Experten als einen Hauptgrund für psychische Erkrankungen wie Depressionen sehen.
Osten häufiger krank als Westen
Die DAK-Studie stellte zudem fest, dass sich Arbeitnehmer in den östlichen Bundesländern häufiger krank meldeten als in den westlichen. Während der Krankenstand im Westen 3,4 Prozent betrug, lag in den neuen Bundesländern bei 4,5 Prozent. Wie sich diese Zahlen weiter entwickeln werden, ist trotz der Ergebnisse des ersten Halbjahres nicht abzusehen. Dies bestätigte auch DAK-Chef Herbert Rebscher: „Es ist kaum möglich, schon jetzt eine Prognose zum Krankenstand für das gesamte Jahr abzugeben.“
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